Schönheit und Hässlichkeit (Heinrich von Veldeke: Eneasroman)

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Schönheit und Hässlichkeit (Heinrich von Veldeke: Eneasroman)

Dieser Artikel befasst sich komplementär zu jenem zu Schönheit und Hässlichkeit (Wolfram von Eschenbach, Parzival) mit Beschreibungsmustern des Schönen und Hässlichen im Eneasroman Veldekes sowie exkursorisch in Hartmanns Iwein. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf der rhetorischen Technik der Descriptio, die exemplarisch erklärt werden soll.

Das Schöne und Hässliche in der Literatur des Mittelalters

Mit der grundlegenden Vorstellung von Schönheit und Hässlichkeit geht oft der Gedanke des Guten und Bösen mit einher. Dieser Gedanke war auch den Literaten des Mittelalters nicht fremd. Vielmehr handelte es sich dabei um den verbreiteten Konsens jener Zeit. Zurückzuführen ist dieses Denken auf die Antike. Noch heute wird das Verhältnis von Schönheit und gutem Charakter als Kalokagathia beschrieben.[1] Besonders die Literatur des frühen 12. Jahrhunderts bedient sich dieser Vorstellung und greift sie oft in zeitgenössischen Erzählungen auf. Doch ist es ebenfalls die Literatur des 12. Jahrhunderts, die im weiteren Verlauf bemerkenswerte Charaktere schafft, welche mit den herkömmlichen Konventionen der Kalokagathia zu brechen scheinen. Im folgenden Artikel werden die verschiedenen Typen an Hand von Beispielen dargestellt, um ihre Besonderheiten herauszuarbeiten.

Beschreibungstopen

Besonders das Beschreiben von Dingen, Gegenständen (Ekphrasen) und Personen hat in Erzählungen um 1200 an Bedeutung gewonnen. Bedient wird sich für gewöhnlich einer altbekannten rhetorischen Technik, der Descriptio. Im Allgemeinen lässt sich festhalten, die grundlegende Descriptio verlangt eine Schilderung von oben nach unten, a capite ad calcem, vom Kopf zum Fuß.[2] In der Regel folgt eine Beschreibung der Lebensweise der beschriebenen Person.[3] Es können aber auch Abweichungen stattfinden. So wird die Enite in Erec etwa nicht von oben nach unten, sondern von außen nach innen beschrieben.[4] Weitere Unterschiede werden besonders dann auffällig, wenn man die Descriptio französischer Texte mit denen ihrer mittelhochdeutschen Übersetzungen vergleicht oder noch weiter zurück geht und jene volkssprachlichen Texte denen der lateinischen Epik gegenüberstellt. Ein gutes Beispiel dafür ist Vergils Aeneis. In der altfranzösischen Übersetzung aus dem Latein ergänzt der anonyme Autor unter anderem die Descriptio des Charon um einige Komponenten.[5] Nach Wolfgang Brandt handelt es sich dabei sogar um die erste lokalsprachliche Anwendung des Beschreibungstopos der nichtlateinischen Epik des Mittelalters überhaupt.[6] Der Umfang der beschriebenen Figuren wird in der mittelhochdeutschen Übersetzung aus dem Altfranzösischen und Lateinischen von Heinrich von Veldeke sogar nochmals erweitert.[7] So erfährt zum Beispiel die Figur der Sibylle eine intensive Descriptio, bevor Charon überhaut erscheint.[8]

Schönheitsideal und Idealbruch

Der Eneasroman von Veldeke bietet eine Vielzahl von interessanten Charakteren, sowohl schöne als auch hässliche. Nach Barbara Haupt ist es Veldekes Eneasroman, welcher die erste ausführliche Descriptio eines mittelalterlichen Ritters enthält.[9] Das ist zudem eine der großen Besonderheiten des Romans, denn bei jenem Ritter handelt es sich um eine Frau. Camilla ist eine Amazone, die im Heer des Turnus gegen die Trojaner kämpft. In insgesamt fast 200 Versen (Postmortem Beschreibungen ausgeschlossen) erhält Camilla eine umfassende Beschreibung die von ihrer außergewöhnlichen Schönheit berichtet, sich detailliert mit ihrem Pferd und Sattelzeug befasst und ihre Rüstung beschreibt.[10] Dies wäre weniger erstaunlich, wenn es sich dabei um die Hauptprotagonistin handelte. Tatsächlich aber spielt Camilla eher eine Nebenrolle. Dido und Lavinia, zwei Frauen, ohne die der Eneasroman nicht auskommen würde, erhalten dagegen "[…] weitaus weniger deskriptive Aufmerksamkeit […]".[11] Durch das hohe Maß an Beachtung, welches Camilla zuteilwird, ergibt sich eine äußerst interessante Figur. In vielerlei Hinsicht entspricht Camilla dem weiblichen Idealbild jener Zeit. Jung, Blonde Haare, weiße Haut, Nase, Mund und Kinn sind minnelîche.[12] Gerade diese Erscheinung steht im krassen Kontrast zu ihrem männlich-ritterlichen Auftreten, wie es Veldeke selbst bemerkt: si gebârde als ein jungelink / unde schûf selber ir dink, / als sie ein ritter solde sîn. (Eneas, Reclam 147,5). Auch in puncto Kampfeskraft kann sie mit ihren männlichen Kollegen mithalten. Mehr noch, sie besiegt sie sogar im Kampf.[13] Betrachtet man die Art der Beschreibung Camillas näher, so tun sich fünf Aspekte der Descriptio pulchritudinis auf, auf die Haupt in ihrem Text eingeht. Zu diesen fünf Aspekten gehören unter anderem 1. die Jugend, 2. der Verzicht auf Kosmetik, 3. Erotik, 4. höfischer Habitus und 5. die Zuschauer-Rolle im Text.[14] Besonders bei Punkt 2 macht Haupt auf zwei Topen aufmerksam, die miteinander zu kollidieren scheinen. Es geht um die Frage der Entstehung, der Bildung von Schönheit. Zum einen ist es die Vorstellung von "Natur als Bildnerin von Schönheit" - vertreten durch die altfranzösische Dichtung –, gegenübergestellt dem Topos "Gott als Bildner von Schönheit". Dies, so Haupt, werde besonders in der Gegenüberstellung deutscher Dichter zu ihren französischen Quellen deutlich. Dabei verweist sie auf Julius Schwieterings Aufsatz "Natur und ,art´", in dem diese Angelegenheit vertieft behandelt wird.[15] Für Haupt besteht demnach ein kausaler Zusammenhang zwischen dem ausdrücklichen Verzicht auf Kosmetik bei der Descriptio der Frauen und der Abwehr geistlicher Kritik. Sie macht darauf aufmerksam das, dass das Frauenbild jener Zeit stark von klerikalen Einflüssen geprägt war. Die vorherrschende, scholastische Moraltheologie jener Zeit sah den Leib als Vermittler der Erbsünde. In dieser Beziehung stehe besonders der weibliche Körper im Fokus der klerikalen Schuldzuweisung. Nichtsdestotrotz manifestiert sich, für Haupt, in der "[…] volkssprachlichen Dichtung ein Triumph der Vitalität gegenüber klerikaler Lustfeindlichkeit."[16] Diesen Triumphzug findet sich nach Fr. Haupt ebenfalls bei der Erotik wieder. Aus der Descriptio Heinrichs von Veldeke ergibt sich eine Gemeinsamkeit zwischen der eben beschriebenen Camilla und der Figura der Dido.*

Die Neuentdeckung der Erotik

Anders als bei Camilla, handelt es sich bei Dido nicht um eine Jungfrau. Die Jungfräulichkeit ist ein Aspekt, der als erotischer Bonus gilt. Doch besitzt Dido starke, weibliche Attribute sowie die entsprechende Kleidung, um dies zur Geltung zu bringen. In diesem Kontext spricht Barbara Haupt sogar von der "[…] Entdeckung der Erotik […]".[17] Ein besonderes Merkmal dieser Erotik sei die Entwicklung einer neuen Mode, weg von einer körperverhüllenden hin zu einer körperbetonten Kleidung.[18] Ein gutes Beispiel dafür lässt sich im ersten Drittel des Eneasromans finden. Vor dem gemeinsamen Jagdausflug mit Eneas kleidet sich Dido in ein enganliegendes Gewand, um dem Helden des Romans zu gefallen ez was gedwenget an ir lîb. / Si was ein wol geschaffen wîb, / sô si baz endorfte sîn.[19] Eine vergleichbare Beschreibung von enganliegender Kleidung bleibt bei Camilla zwar aus, dies mag aber auch daran liegen, dass sie dem Rezipienten in voller Rüstung erscheint. Veldeke vergisst jedoch nicht, zu erwähnen, dass es sich auch bei Camilla, wie bei Dido, um eine schlanke Frau handelt, die über genügend Weiblichkeit verfügt minnechlîch was ir lîb al, / wol geschaffen unnde smal / unde wîblîch genûch.[20] Unter anderem in dieser neuentdeckten Darstellung weiblicher Reize sieht Haupt den Triumph der Vitalität gegenüber klerikaler Lustfeindlichkeit. Betrachtet man jedoch das grausige Ende der eben beschriebenen Figuren Didos und Camillas, kommt der Gedanke auf, dass es sich eventuell auch um eine Bestrafung jener Erotik handeln könnte.

Das männliche Schöne

Die Descriptio des männlichen Geschlechtes bleibt von dieser Art der neuentdeckten Erotik nicht unbeeinflusst. Zwar ist sehr deutlich, dass sich die Descriptio mittelalterlicher Texte meist mit der Schönheit von Frauen befasst, es gibt jedoch auch nennenswerte Ausnahmen. In diesem Fall darf das Werk Tristan und Isolde nicht unerwähnt bleiben. Besonders an der Descriptio des Tristan wird deutlich, die Schönheitsideale vom schönen Weiblichen zum schönen Männlichen variieren überraschend wenig. Tristan ist jung, schlank, hat blondes Haar, besonders schöne Augen, einen kleinen roten Mund und weiße Haut, sogar seine schlanke Taille wird betont. Unterschiede wären lediglich die betont breiten Schultern und die breite Brust. Ein besonderes Augenmerk scheint dabei den wohlgeformten und langen Beinen zu gelten.[21] Besonders der Fokus auf die Beine ist - ähnlich wie bei der körperbetonten Kleidung der Frauen - auf die Mode jener Zeit zurückzuführen. Enganliegende Hosen sollten damals die Beine des Mannes hervorheben. Es wird allgemein angenommen, dass der Fokus auf die Beine des Ritters stellvertretend für seine Fähigkeit stehen. Zwischen den Beinen und dem Reiten besteht ein kausaler Zusammenhang, der besonders in der frz. Literatur zur Geltung kommt.[22]

Der Bruch mit der Kalokagathia

Denkt man an Camilla zurück und an das Prinzip der Kalokagathia, wird deutlich, Camilla vereint durchaus einige gegensätzliche Eigenschaften in sich, hält sich jedoch grundsätzlich an das Prinzip der Kalokagathia.[23] Dieses Prinzip wird jedoch von der Person der Sibylle völlig ab absurdum geführt. Zuvor wird Sibylle als nützliche Verbündete beschrieben, die Eneas dazu verhelfen soll, den Weg in die Unterwelt zu finden. Das höfische Menschenbild im Hinterkopf und die damit einhergehende Erwartungshaltung sorgen für einige Verstörung, als die Descriptio der Sibylle eingeleitet wird. Um es mit den Worten Wolfgang Brandts zu sagen, "[...] Sibille ist furchterregend hässlich, aber alles andere als bösartig."[24] Das höfische Menschenbild wird erschüttert. Ähnlich, wie der zu Beginn verstörte und verängstigte Eneas, muss das zeitgenössische Publikum auf diese unerwartete Wendung reagiert haben. Doch mit dem Fortschreiten der zweiten Descriptio weicht die Angst der Verwunderung und auch Eneas stellt sich vor. Sibylle begegnet ihm mit höfischer Höflichkeit. Denn, ohne dass es - wie es üblicher Wiese der Fall wäre - ihre Kleidung verrät, handelt es sich bei Sibylle, der Beschreibung nach, um eine frouwe, wie Brandt in seinem Text bemerkt.[25] Somit stellt Sibylle die sprachliche Antithese zur frouwe dar.[26] Die Descriptio der Sibylle entspricht im Aufbau der Descriptio der Camilla. Der klassische Verlauf von oben nach unten bleibt auch an dieser Stelle erhalten. Positive Attribute werden lediglich durch negative ausgetauscht. Wiederkehrende Beispiele hässlicher Beschreibungen sind zum einen graue, ungepflegte Haare, einhergehend mit einer allgemein ungepflegten Erscheinung, nicht zuletzt zu erkennen an der oftmals lumpigen Kleidung. Die Beschreibung der Sibylle ist damit ein gutes Beispiel für eine gelungene Descriptio, von oben nach unten:

si was vil freislîche getân./[…] /grôz und grâ was ir das hâr/und harde verworren,/daz wir wol sprechen torren,/als eines pharîdes mane./und diu frouwe hete ane/vil unfrouwelîch gewant./ein bûch hete si an ir hant,/dar ane saz si unde las./[…] mies lokkehte/hieng ir ûz den ôren./sin mohte niht gehôren/ezn wâre ob man ir riefe./ir ougen stunden tiefe/under den ouchbrâwen/lange unde grâwen, die dâr vore hiengen/und ir zû der nase giengen./grûwelich was ir lîb./ime enwart nie dehein wîb/alsô wunderliche kunt./swarz und kalt was ir der munt./si saz in der gebâre,/alse ir leben wâre/ân aller slahte wunne./die zene stunden ir dunne/unde wâren ir lank unde gele./ir was der hals und diu kele/swarz unde gerumphen/in bôse gewande./ir arme unde ir hande/wâren âdern unde vel.[27]

Sibylle ist eindeutig als Eremitenfigur zu erkennen, was eine gehobene Herkunft nicht auszuschließen scheint. Zudem wird Sibylle lesend beschrieben.[28] Es ist also von einer gelehrten Figur auszugehen. Bei der Beschreibung der Sibylle hat sich Veldeke einige Freiheiten genommen, als er die alten französischen und lateinischen Vorlagen übertragen hat. In jenen Vorlagen wird Sibylle als eine, mehr dem Tier ähnliche Gestalt beschrieben.[29] Dieses Vorgehen erinnert an eine der verbreiteten Formen, die das hässliche in Erzählungen jener Zeit angenommen hat, der wilder Mensch.

Exkurs: Der wilde Mensch

Ein naheliegendes Beispiel ist im Iwein Hartmanns von Aue zu finden. In diesem Artusroman berichtet zu Beginn der Ritter Kalogreant von seiner Brunnenaventüre. Dort begegnet er einem Mann, den er als menschlich, jedoch auch als äußerst wild beschreibt. Ausschlaggebende, beschreibende Elemente, die einen Waldmann zu erkennen geben,[30] sind die vielen Tiervergleiche,[31] die Verortung des Wilden im Wald[32] und dessen Bewaffnung. In der Regel handelt es sich um eine primitive Bewaffnung, so auch beim Tiermensch der Brunnenaventüre.[33]

sîn menschlîch bilde/was anders harte wilde./er was einem môre gelîch,/michel unde als eislîch/daz ez niemen geloubet./zwâre im was sîn houbet/grôzzer danne einem ûre.ez het der gebûre/ein ragendez hâr ruozvar;/daz was im vaste und gar/verwalchen zuo der swarte/anhoupte und an barte;/sîn antlutze was wol ellen breit,/mit grîzzen runzen beleit./ouch wâren im diu ôren/als einem walttôren/vermieset zwâre/mit spanne langem hâre,/breit als ein wanne./dem ungefuegen manne/wâren gran unde brâ/lanch, rûch unde grâ;/diu nase als einem ohsen grôz,/kurz, wît, niender blôz;/daz antlutze durre unde flach/(ouwî wie eislîche er sach!)/diu ougen rôt, zornvar./der munt het im gar/bêdenthalp den wangen/mit wîte bevangen./er was strach und gezan/als ein eber, niht als ein man:/ûzzerhalp des mundes tur/dâ ragten sî her fur,/lanch, scharpf, grôz, breit./im was daz houpt sô geleit/daz im sîn rûhez kinnebein/gewahsen zuo den brusten schein./sîn ruoke was im ûf gezogen,/hoveroht und ûz gebogen./er truoc an seltsaeniu cleit:/zwô hiute het er an geleit,/die het er in niuwen stunden/zwein tieren abe geschunden./er truc einen kolben als grôz/daz mich dâ bî im verdrôz.[34]

Was Kalogreant im Wald begegnet ist, würden wir heute womöglich einen "Ork" nennen. Wie bei der Sibylle in Heinrichs Eneasroman wird auch bei Hartmann mit der Erwartung des Lesers gespielt. Der Wildmensch zeigt sich Kalogreant gegenüber freundlich gesonnen und hilft ihm letzten Endes sogar das Ziel seiner gewünschten Aventüre zu finden.

Eine weitere Komponente, die man heute als äußerst problematisch betrachten würde: Der wilde Mann weist oft fremdländische, optische Eigenschaften auf. Im Fall der Brunnenaventüre fällt der Vergleich zu einem dunkelhäutigen Menschen er was einem môre gelîch.[35] Nicht selten geht eine solche Beschreibung des Fremden und Exotischen, mit bestimmten Eigenschaften einher. So spricht Roy A. Wisbey in seinem Text zur Darstellung des Hässlichen im Mittelalter von einer ganzen Reihe exotischer Wundervölker der zeitgenössischen Literatur.[36] So wird in der altfranzösischen Version von Boeve de Hantone etwa die Hässlichkeit eines gewissen Escoparts beschrieben, der nicht nur als Wildmensch, sondern auch als Riese zu kategorisieren wäre. Seine besonderen Eigenschaften sind unter anderem seine Größe und seine dunkle Hautfarbe, die ihn nach Wisbey unverkennbar in den Kontext eines östlichen Exotenvolkes setzt.[37] Mit den Besonderheiten gehen oftmals auch Eigenschaften einher, die man als Superkräfte bezeichnen könnte. So kann Escopart auf Grund seiner großen, flachen Füße sehr schnell große Distanzen zurücklegen. Unter anderem ist die Rede von Äthiopiern, die weit über drei Meter messen, von Bergbewohnern mit verkehrten Füßen, von einem Waldstamm mit behaarten Körpern und Hundezähnen oder von Menschen, die so übergroße Ohren haben, dass sie sich selbst damit bedecken können.[38] Es wird klar, das hässliche und unbekannte bildet in der Literatur des Mittelalters eine Schnittmenge.
  1. Laude, Corinna: wîs lûter sam ein îs - oder: Schwierige Schönheit. Überlegungen zur Etablierung ästhetischer Normen in der höfischen Epik. In: Text und Normativität im deutschen Mittelalter. XX. Anglo-German Colloquium. Hrsg. von Elke Brüggen, Franz-Josef Holznagel, Sebastian Coxon und Almut Suerbaum unter Mitarbeit von Reinhold Katers. Berlin, Boston 2012, S. 80.
  2. Nach Erich Auerbach handelt es sich bei der Descriptio des Westgotenkönigs Thederichs den II. um die erste Personenbeschreibung, die in ihrer Ausführung dem Ideal entspricht. Siehe dazu: Brandt, Wolfgang, Die Beschreibung hässlicher Menschen in höfischen Romanen. Zur narrativen Integrierung eines Topos. In: Germanisch-Romanische Monatsschrift N.F. 35 1985, H. 3, S. 257.
  3. Haupt, Barbara: Der schöne Körper in der höfischen Epik in Körperinszenierungen in mittelalterlicher Literatur. Kolloquium am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld (18. – 20. März 1999). Hrsg. von Klaus Ridder und Otto Langer, Berlin, Weidler 2002, S. 48.
  4. Gerok-Reiter, Anette: Körper - Zeichen. Narrative Steuermodi körperlicher Präsenz am Beispiel von Hartmanns Erec, In Germanistisch-Romanische Monatsschrift 35 (1985), S. 414.
  5. Brandt, Wolfgang, Die Beschreibung hässlicher Menschen in höfischen Romanen. Zur narrativen Integrierung eines Topos in Germanisch-Romanische Monatsschrift 35 1985, S.259f.
  6. Brandt 1985, S. 258.
  7. Brandt arbeitet hier die Unterschiede von der französischen Vorlage in die mittelhochdeutsche Übersetzung aus. Brandt 1985, S. 266f.
  8. Heinrich von Veldecke, Eneasroman, Nach dem Text von Ludwig Etmüller ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Dieter Kartschocke, Reclam 1986, 84,30 ff.
  9. Vgl. Haupt 2002, S. 47.
  10. Laude, Corinna: wîs lûter sam ein îs - oder: Schwierige Schönheit. Überlegungen zur Etablierung ästhetischer Normen in der höfischen Epik. In: Text und Normativität im deutschen Mittelalter. XX. Anglo-German Colloquium. Hrsg. von Elke Brüggen, Franz-Josef Holznagel, Sebastian Coxon und Almut Suerbaum unter Mitarbeit von Reinhold Katers. Berlin, Boston 2012, S. 84.
  11. Ebd., S. 84.
  12. Haupt 2002: S. 48ff mit Verweis auf, Eneas 146,19.
  13. Zum Beispiel Ritter Ritter Tarcho bei der Schlacht um Montalbane: Eneas, Reclam 242,41f.
  14. Vgl. Haupt 2002: S.49ff.
  15. Vgl. ebd., S. 53f.
  16. Ebd.
  17. Ebd., S. 53.
  18. Vgl. ebd.
  19. Eneasroman, 59,31ff.
  20. Eneasroman,147, 31f.
  21. Vgl. Haupt, 2002, S.29.
  22. Vgl. ebd., S. 59f.
  23. Zwar ist Camilla ein Feind unseres Protagonisten Eneas aber keine Böse Figur wie zum Beispiel Charon. Tendenziell könnte man Camilla sicherlich als negativ Konnotierte Person deuten, zumal ihr Tod auf unrühmliches Verhalten zurückzuführen ist. Letzten Endes ist meiner Meinung nach Camilla jedoch als immer noch eine überwiegend gute Figur.
  24. Brandt 1985, S. 268f.
  25. Vgl. ebd.
  26. Vgl. ebd., S. 268.
  27. Eneasroman, 84, 27ff.
  28. Vgl. Eneasroman, 85, 8.
  29. Vgl. Brandt 1985, S. 269.
  30. Vgl. Brandt 1985, S. 270.
  31. Hartmann von Aue, Iwein, Nach dem Text von Rüdiger Krohn ins Neuhochdeutsche übersetzt, mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Mireille Schnyder, Reclam 2012, V. 425ff. Tiervergleiche: "[…] grôzzer danne einem ûre. […] diu nase als einem ohsen grôz, […] starch und gezan als ein eber".
  32. Vgl. Iwein: V. 395f. Verortung im Wald: "[…] reit vil fruo ze walde von gevilde."
  33. Bewaffnung: "[...] einen kolben als grôz", Iwein, V. 469.
  34. Iwein, S.28ff.
  35. Iwein, V. 427.
  36. Vgl. dazu Wisbey, Roy: Die Darstellung des hässlichen im Hoch- und Spätmittelalter, In: Deutsche literatur des späten Mittelalters, Hg. von Wolfgang Harms und L. Peter Johnson, Haburg Colluqium 1973.
  37. Vgl. ebd., S.17.
  38. Vgl. ebd., S.18.