Benutzer:Francesco.Iorianni: Unterschied zwischen den Versionen

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!Mittelhochdeutscher Text !! Neuhochdeutsche Übersetzung
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|Do der liebe summer || Als der liebe Sommer,  
 
|Do der liebe summer || Als der liebe Sommer,  
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==Übersetzung 3: "Neidhart" Sommerlied 18, Str. I - V==
 
==Übersetzung 3: "Neidhart" Sommerlied 18, Str. I - V==
 
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! Mittelhochdeutsch !! Übersetzung
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| "Uns wil ein sumer komen",  || "Bald wird der Sommer kommen",
 
| "Uns wil ein sumer komen",  || "Bald wird der Sommer kommen",
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|  und müezen doch zwô wiegen bî dir loufen." || und müssen doch zwei Wiegen bei dir laufen."
 
|  und müezen doch zwô wiegen bî dir loufen." || und müssen doch zwei Wiegen bei dir laufen."
 
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==Übersetzung 4: "Neidhart" Winterlied 4, Str. I - Xb==
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| Sumer, dîner süezen weter müezen wir uns ânen; || Sommer, von deinem lieblichen Wetter müssen wir uns jetzt verabschieden:
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| dirre kalte winder trûren unde senen gît.  || diese kalten Wintertage bringen uns Trauer und Habgier.
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| ich bin ungetroestet von der lieben wolgetânen. || Ich werde von der Geliebten nicht getröstet.
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| wie sol ich vertrîben dise lange swaere zît, || Wie soll ich also diese lange und schwere Zeit hinter mich bringen,
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| diu die heide velwet unde mange bluomen wolgetân? || welche die Wiese und manche schöne Blumen erblühen lässt?
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| dâ von sint die vogele in dem walde des betwungen, daz si ir singen müezen lân. || So sind die Vogel im Wald dazu gezwungen, ihr Singen einzustellen.
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| Alsô hât diu vrouwe mîn daz herze mir betwungen, || So hat mir meine Geliebte das Herz gebrochen,
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| daz ich âne vröude muoz verswenden mîne tage. || dass ich ohne Freude die Tage vergehen lasse.
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| ez vervaehet niht, swaz ich ir lange hân gesungen; || Es hat nichts gebracht, dass ich sie so lange besungen habe;
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| mir ist alsô maere, daz ich mêre stille dage. || Mir ist das jetzt egal, sodass ich künftig schweigen werde.
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| Ich geloube niht, das sî den mannen immer werde holt: || Ich glaube nicht, dass sie an anderen Männern gefallen finden wird:
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| wir verliesen, swaz wir dar gesingen unde gerûnen, ich und jener Hildebolt. || Wir würden mit unserem Singen und Zuflüstern nur Zeit verlieren, ich und jener Hildebolt.
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| Der ist nû der tumbist under geilen getelingen, || Er ist nun der dümmste unter den lustvollen Burschen,
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| er und einer, nennet man den jungen Willegêr: || er und noch einer, den man den jungen Willegar nennt:
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| den enkunde ich disen sumer nie von ir gedringen, || Den konnte ich diesen Sommer nicht von ihr verdrängen,
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| sô der tanz gein âbent an der strâze gie entwer. || als der abendliche Tanz auf der Straße stattfand.
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| mangen twerhen blic den wurfen sî mich mit den ougen an, || Viele bösen Blicke warfen sie mir mit den Augen zu,
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| daz ich sunder mînes guoten willen vor in beiden ie ze sweime muose gân. || dass ich gegen meine Absicht mich von den zwei, distanzieren musste.
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| Wê, daz mich sô manger hât von lieber stat gedrungen || Wehe, dass mich so mancher von der günstigen Stelle weggedrängt hat
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| beidiu von der guoten unde ouch wîlent anderswâ! || sowohl von der guten und auch einst anderswohin!
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| oedelîchen wart von in ûf mînen tratz gesprungen. || Töricht wurde von ihm auf meinen Widerstand hin getanzt.
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| ir gewaltes bin ich vor in mînem schophe grâ. || Wegen ihrer Gewalt bin ich vorn auf meinem Kopf grau.
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| doch sô neic diu guote mir ein lützel über schildes rant. || Doch so neigte sich die Gute ein wenig über den Rand des Schildes zu mir.
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| gerne mugt ir hoeren, wie die dörper sint gekleidet: üppiclîch ist ir gewant. || Gerne könnt ihr hören, wie die Dörper gekleidet sind: übermütig ist ihre Kleidung.
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| Enge röcke tragent sî und smale schaperûne,  || Sie tragen enge Obergewänder und knappe Mäntel,
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| rôte hüete, rinkelohte schuohe, swarze hosen. || rote Hüte, Schnallenschuhe, schwarze Hosen.
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| Engelmâr getet mir nie sô leide an Vriderûne, || Engelmar tat mir nie so <großes> Leid an in Bezug auf Friderun,
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| sam die zwêne tuont. ich nîde ir phellerîne phosen, || wie es die beiden tun. Ich hasse ihre seidenen Beutel,
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| die si tragent: dâ lît inne ein wurze, heizet ingewer. || die sie bei sich tragen: darin befindet sich eine Wurzel, sie heißt Ingwer.
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| der gap Hildebolt der guoten eine bî dem tanze; die gezuhte ir Willegêr. || Hildebolt gab der Guten eine davon beim Tanz, diese entriss ihr Willeger.
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| Va
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| Gern west ich, wie es die torpper vnter einander trachten. || Gerne wüsste ich, wie es die Dörper untereinander betrachten.
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| sie trugen peckkelhauben, darczu lange swert || Sie trugen Eisenhauben, dazu lange Schwerter.
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| ir spottigkeit, ir laster sie gar zu laster brachten: || Ihre Spottlust, ihr Laster brachte sie gar zur Schande:
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| des wurdens durch die goller mer denn halb gewert. || dadurch wurden sie durch den Brustharnisch mehr als halb geschützt.
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| sie stritten mit einander einen ganczen summer langen tag. || Sie stritten einen ganzen langen Sommertag miteinander.
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| das ir geläße sahe herre Neithart, do er in dem vas bey dem wein lag. || Herr Neidhart sah ihr Benehmen, da er bei dem Fass Wein lag.
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| VI
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| Sagte ich nû diu maere, wie siz mit ein ander schuofen, || Ich erzählte nun die Geschichte, wie sie es miteinander trieben,
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| des enweiz ich niht: ich schiet von danne sâ zehant. || das weiß ich nicht: Ich hielt mich sofort von dort fern.
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| manneglîch begunde sînen vriunden vaste ruofen; || Jeder begann seinen Freunden laut zu rufen;
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| einer der schrê lûte: „hilf, gevater Weregant!“ || einer schrie laut: „Hilf, mein Freund Weregant!“
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| er was lîhte in grôzen noeten, dô er sô nâch helfe schrê. || Er war sicher in großer Verzweiflung, da er so nach Hilfe schrie.
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| Hildeboldes swester hôrte ich eines lûte schrîen: „wê mir mînes bruoder, wê!“ || Hildebolts Schwester hörte ich allein laut schreien: „Wehe mir mein Bruder, wehe!“
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| Dô kam schiere ein geteline geloufen von dem strîte: || Da kam bald ein Bursche von dem Streit herbeigerannt;
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| den frâgt ich der maere. "Willeher mit ellen streit. || den fragte ich nach der Geschichte. „Willeher streitet mit Ellen(bogen).
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| Hildeboltes schapperûn der ist zerzerret wîte || Hildebolts Mantel ist überall zerissen
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| und dar zuo sîn enger roc wol drîer spannen breit." || und dazu sein enges Obergewand wohl drei Spannen breit.“
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| daz geschach umb eine wurzen, die man ûz der hende ir brach. || Dies geschah wegen einer Wurzel, die man ihr aus den Händen riss.
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| des engalt vil mangiu spaehiu hûbe, die man bî dem tanze zerzerret ligen sach. || Daher geht es um viele schöne Hauben, die man bei dem Tanz <dort> zerrissen liegen sah.
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| VII
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| Wâ bî sol man mîn geplätze hinne vür erkennen? || Wodurch soll man mein Geschwätz künftig erkennen?
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| hie envor dô kande man iz wol bî Riuwental. || Bisher kannte man es wohl dort beim Jammertal.
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| dâ von solde man mich noch von allem rehte nennen: || Davon sollte man mich noch zu allem Recht nennen:
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| nust mir eigen unde lêhen dâ gemezzen smal. || Es nützt mir selbst und das Lehen dort ist klein bemessen.
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| kint, ir heizet iu den singen, der sîn nû gewaltic sî! || Kinder, ihr werdet in den Gesänge genannt, der Sinn sei nun gewaltig!
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| ich bin sîn verstôzen âne schulde: mîne vriunt, nu lâzet mich des namen vrî! || Ich bin nicht der Grund für sein Zurückweisen: Meine Freunde, nun lasst mich frei von diesem Namen!
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| VIII
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| Ich hân mînes herren hulde vloren âne schulde: || Beispiel
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| dâ von so ist mîn herze jâmers unde trûrens vol. || Beispiel
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| rîcher got, nu rihte mirz sô gar nâch dîner hulde, || Beispiel
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| manges werden friundes daz ich mich des ânen sol! || Beispiel
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| des hân ich ze Beiern lâzen allez, daz ich ie gewan, || Beispiel
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| unde var dâ hin gein Ôsterrîche und wil mich dingen an den werden Ôsterman. || Beispiel
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| IX
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| Mîner vînde wille ist niht ze wol an mir ergangen: || Beispiel
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| wolde ez got, sîn mähte noch vil lîhte werden rât. || Beispiel
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| in dem lande ze OEsterrîche wart ich wol enphangen || Beispiel
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| von dem edeln vürsten, der mich nû behûset hât. || Beispiel
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| hie ze Medelicke bin ich immer âne ir aller danc. || Beispiel
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| mir ist leit, daz ich von Eppen und von Gumpen ie ze Riuwental sô vil gesanc. || Beispiel
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| IXa
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| Her Nîthart hât uns hie verlâzen als diu krâ den stecken, || Beispiel
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| diu dâ hinne fliuget unde sitzet ûf ein sât. || Beispiel
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| ez sol ein man mit fremden frouwen niht ze vil gezecken, || Beispiel
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| der der wâren schulde an sîner keine vunden hât. || Beispiel
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| er niez sîn tegelîche spîse (der hât er dâ heime genouc), || Beispiel
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| lâz Hildebolten mit gemache! ez was ein eichel, die er bî im in dem biutel truoc. || Beispiel
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| X
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| Rädelohte sporen treit mir Fridepreht ze leide, || Beispiel
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| niuwen vezzel hât er baz dan zweier hende breit. || Beispiel
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| rucket er den afterreif hin wider ûf die scheide, || Beispiel
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| wizzet, mîne vriunde, daz is mir ein herzenleit! || Beispiel
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| zwêne niuwe hantschuoh er unz ûf den ellenbogen zôch. || Beispiel
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| mugt ir hoeren, wie der selbe gemzinc von der lieben hiuwer ab dem tanze vlôch? || Beispiel
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| Xa
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| Er gap versengelt wol, rehte als im waer an gebunden || Beispiel
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| ein swînes blâse, alsô man den wilden hunden tuot. || Beispiel
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| ofte brach er sînen zelt, als sî doch wol befunden, || Beispiel
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| Hatze und Pletze und jeniu ir gespile Hademuot. || Beispiel
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| frâget Engeltrûten, wiez laeg umbe ir bruoder Fridebreht! || Beispiel
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| "ach ach, er hât verrenket sich vor vorhte", alsô hât si mir geseit, "der toersche kneht." || Beispiel
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| Xb
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| Sach ab ieman jenen mit der gickelvêhen täcken? || Beispiel
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| die treget er ûf der hende und klopfet ûf sîn niuwez swert: || Beispiel
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| dâ mite er uns des nahtes ab der gazzen wil erschrecken. || Beispiel
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| der selbe dünket sich noch mêr dan drîer bônen wert, || Beispiel
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| als er danne gerûzet unde gedraeset, der vil übele man, || Beispiel
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| und im sîn täcke ringeleht erklinget dem gelîche, als er trage ein goller an. || Beispiel
 
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Version vom 30. November 2020, 09:34 Uhr

Übersetzungen "Neidhart und seine Follower" (WS 20/21)

Übersetzung 1: "Neidhart" Winterlied 10, Str. I - VI

Mittelhochdeutsch Neuhochdeutsch
Do der liebe summer Als der liebe Sommer,
ureloup genam, zu Ende ging,
do mouse man der tänze da musste man die Tänze
ufm anger gar verphlegen. im Freien einstellen.
des gewan sit kummer Deshalb erlitt der Herr Gunderam
der herre Gunderam: seither viel Kummer:
der muose ouch sin gestränze Er musste seine Landstreicherei
do lazen under wegen. deshalb ebenfalls unterlassen.
der ist bickelmeister disen winder: Diesen Winter ist er Meister beim Würfelspiel:
oeder gouch ist in dem lande ninder; Nirgendwo sonst im Land findet man einen solch törichten Schmarotzer;
sin rumegazze kaphet zallen ziten wol hin hinder. der sein Schwert Rumegazze jederzeit sorgfältig hinter sich trägt.

Waz er an den meiden Was er an den Frauen
wunders da begat, an Unerhörtes vollbrachte,
e daz min vrouwe Schelle ehe meine Geliebte Schelle
volende ir gebot! ihr Verbot ausführte!
erst vil unbescheiden, Beim ersten Mal war er sehr rücksichtslos
wan swelhe er bestat, als er betrunken jemanden bekämpfte,
diu wirt von slegen helle den Ehemann glänzend Schläge verpasste
und midende den spot; und den Spott vermied;
da von lazen alle ir smutzemunden, davon mussten alle schmunzeln,
des die jungen niht verheln enkunden! dass die Jungen es nicht verheimlichen konnten!
des hat ir hant von solher meisterschefte dicke enphunden. Das hat ihr viel Kummer bereitet.

Immer, so man viret, Immer, wenn man so feiert,
so hebent si sich dar so versammeln sie sich dort
mit einer samenunge, zu einer Zusammenkunft,
den ich wol schaden gan. bei der ich wohl Schaden anrichten würde.
Werenbreht der liret, Wenn Werenbreht musizierte,
so sumbert Sigemar. so summte Sigemar mit.
daz in da misselunge, dass er ihn dabei schlecht machte,
daz laege et eben an! er legte es eben darauf an!
daz sich doch vil lihte mac verriden: Dass sich doch viel Leichtigkeit mag abwenden lassen:
wellents ir getelse niht vermiden, Wollt ihr eure Zügellosigkeit nicht unterlassen,
sich mugen zwene an miner weibelruoten wol versniden. so mögt ihr euch zwei an der Klinge meines Schwertes gewiss verletzen.

Koeme ich zeinem tanze, Käme ich zu einem Tanz,
das alle giengen bi, bei dem alle beisammen wären,
da wurde ein spil von hende da würde ein Spiel von Händen
mit beiden ekken zuo. in allen Ecken wimmern.
lihte geviele ein schanze, Gleich würde ein Glückswurf fallen,
daz vor mir laegen dri. dass drei vor mir liegen würden.
ich hielte ez ane wende, Ich hielt es für eine unrechte Wendung,
verbüte ez einer vruo. wenn eine Frau es vertauscht hätte.
sige und saelde hulfen mir gewinnen, Übermacht und Segen halfen mir zu gewinnen,
daz si halbe müesen dan entrinnen. dass sie die Hälfte des Gewinns wieder entlaufen ließen.
nu ziehen uf und lazen in ir gogelheit zerinnen! Nun verspielen wir unseren Einsatz und lassen das ausgelassene Wesen dahinschwinden!

Sine weidegenge Seine Jagdzüge
die verewent mich gra, die machen mich grau,
swenn er verwendeclichen wenn er seinen Kopf eitel
vür mine vrouwen gat. zu meiner Frau hinwendet.
tribet erz die lenge, Treibt er es zu lange,
bestat er danne da, würde ich ihn dann dort herausfordern.
man hilft im uz der kichen, Man hilft ihm aus der Atemnot,
daz er vil riuwic stat. weil er seinen Kummer gestand.
er und etelicher sin geselle, Er und etliche seiner Gesellen,
wden ich tanzent an ir hant ersnelle, die ich tanzend an ihre Hände sehe,
des si gewis, ich slahe in, daz sin offen stat ein elle! waren gewiss, dass ich sie schlagen würde, dass sie nicht unversehrt davonkommen würden.

Im hilft niht sin treie Ihm hilft weder seine Jacke
noch sin hiubelhuot; noch sein Helm;
ez wirt im in getrenket: Es wird Rache an ihm genommen,
er zuhte ir einen bal. da er einen Ball geklaut hat.
erst ein toerscher leie; Er ist ein törichter Laie;
sin tumbelicher muot ebenso sein Verhalten
der wirt im da bekrenket. der ihm dann noch kleiner macht.
wil er vür Riuwental Will er vor Reuental
hin und her so vil gewentschelieren, so viel umherstreichen
er wirt wol zezeiset under vieren. wird er wohl von vielen zerzaust werden wollen.
der Werenbreht, waz mag ich des, wirt im der umberieren? Der Herr Werenbreht, was kann ich dafür, wenn ihn alle wie Abfall behandeln wollen?

Die wil ich die klingen Da will ich die Klinge
um mine siten trage, an meiner Seite tragen,
so darf mir durch min sumber so kann mich niemand durch meine Kleidung
niemen stechen nieht. erstechen.
er muoz vil wite springen: Er muss weit weg springen:
begrife ichn mit dem slage, denn wenn ich ihn zu fassen bekomme,
ich slahe in, daz er tumber schlage ich ihn so sehr, dass er stumm wird
schouwet nimmer lieht. und das Tageslicht nicht mehr erblicken kann.
ich hilf im des libes in den aschen Ich helfe ihm seinen Körper in die Aschen zu tragen
und slah im mit willen einen vlaschen, und schlage ihn entschlossen mit einer Flasche,
daz im die hunt daz hirne ab der erde müezen naschen. dass ihm die Hunde den Kopf aus der Erde ausbuddeln müssen.

Her Nithart hat gesungen, Herr Neidhart hat gesungen,
daz ich in hazzen wil dass ich ihn hassen will
durch mines neven willen, durch meines Neffen Willens,
des neven er beschalt. der Neffe, den er von sich fortgestoßen hat.
lieze ers unbetwungen! das ließ ihn unbekümmert!
es ist im gar ze vil. Es ist ihm gar zu viel.
enpflaege er siner grillen behandelte er ihn mit Wildheit
und het ouch der gewalt! und auch mit Gewalt!
ez ist ein schelten, daz mich freuden letzet. Es ist eine Beleidigung, das mir dadurch alle Freude genommen wird.
wirt diu weibelruote mir gewetzet, Er wird noch meine Klinge zu spüren bekommen,
ich trenne in uf, daz man wol einen sezzel in in setzet. so schneide ich ihn auf, dass man einen Sessel in ihn legen kann.


Übersetzung 2: "Neidhart" Sommerlied 4, Str. I - V

Mittelhochdeutsch Neuhochdeutsch
Heid, anger , walt in fröuden stât; Heide, Anger, Wald in freudigem Zustand;
diu hânt sich bereitet mir ir besten wât, diese haben sich mit ihren besten Gewändern gekleidet,
die in der meie hât gesant. welcher der Mai ihnen geschenkt hat.
sî wir alle So sind wir alle
frô mit schalle! froh und schallend!
sumer ist komen in diu lant. Der Sommer ist endlich ins Land eingetroffen.

Wol ûz der stuben, ir stolzen kint, Kommt aus den Stuben, ihr stolzen Kinder,
lât iuch ûf der strâze sehen! hin ist der scherfe wint lasst euch auf den Straßen sehen! Weg ist der schneidende Wind
unde ouch vil kalte snê. und auch der sehr kalte Schnee.
hebt iuch balde Brecht bald
zuo dem walde! zu dem Wald auf!
vogelîn singent, den was wê. Die Vögel singen ansonsten etwas schmerzvolles.

Diu sint ergetzet leides gar. Die sind bereit das Leiden zu vergessen.
ir sult mirz gelouben! nemt sîn selbe war, Das sollt ihr mir glauben! Nehmt es selber wahr,
waz der sumer erzeiget hât! was der Sommer geschaffen hat!
er wil rîchen Er will bereichern
sîcherlichen sicherlich
manege boum mit loubes wât. etliche Bäume mit Laub schmücken.

Diu nû vor grôzer huote megen, Die nie von großer Behütung geschützten,
die suln balde ir bestez vîrtacgwant an legen, die sollen bald ihr bestes Festtagsgewand anlegen,
lâzen sich dar inne ersehen! und sich darin betrachten lassen!
wir suln schouwen Wir sollen
vor den ouwen auf den Wiesen erblicken,
maneger hande bluomen brehen. wie unzählige Hände Blumen brechen.

Swie Riuwental mîn eigen sî, Obwohl das Reuental mein Eigenes ist,
ich bin disen summer aller sorgen frî, bin ich diesen Sommer von allen Sorgen befreit,
sît der winter ist dâ hin. seitdem der Winter weg ist.
ich wil lêren Ich will lehrreich
die jungen êren den jungen die Freude
freude: dar nâch stêt mîn sin. beibringen: Danach sehne ich mich.


Übersetzung 3: "Neidhart" Sommerlied 18, Str. I - V

Mittelhochdeutsch Neuhochdeutsch
"Uns wil ein sumer komen", "Bald wird der Sommer kommen",
sprach ein magt: "jâ hân ich den von Riuwental vernomen. sprach ein Mädchen: "das habe ich von Herrn Reuental vernommen.
jâ wil ich in loben. So will ich ihn loben.
mîn herze spilt gein im vor vreuden, als ez welle toben. Wegen ihm springt mein Herz vor Glück, als ob es toben würde.
ich hœr in dort singen vor den kinden. Ich höre ihn dort vor den Kindern singen.
jâne wil ich nimmer des erwinden, Lange will ich damit nicht mehr warten,
ich springe an sîner hedne zuo den linden." ich springe an seiner Hand unter den Linden."

Diu muoter rief ir nâch; Die Mutter rief ihr nach;
sî sprach: "tohter, volge mir, niht lâ dir wesen gâch! und sprach: "Tochter, folge meinen Rat,handle nicht voreilig!
weistû, wie geschach Du weißt doch, was passiert ist
dîner spilen Jiuten vert, alsam ir eide jach? letztes Jahr mit der Jiuten und ihrer Mutter geschah?
der wuohs von sînem reien ûf ir wempel, Ihr wuchs der Bauch aufgrund seiner Tänze,
und gewan ein kint, daz hiez si lempel: und bekam ein Kind, dass sie Lempel taufte:
alsô lêrte er sî den gimpelgempel." So lehrte er ihr den Gimpelgempel."

"Muoter, lât iz sîn! "Mutter, lass es sein!
er sante mir ein rôsenschapel, daz het liehten schîn, Er hat mir einen Rosenkranz geschickt, dass einen leuchtenden Schein hat,
ûf daz houbet mîn, auf meinen Kopf,
und zwêne rôten golzen brâhte er her mir über Rîn: und zwei rote Beinschienen brachte er mir über den Rhein her:
die trag ich noch hiwer an mînem beine. die trage ich noch heute an meinen Beinen.
des er mich bat, daz weiz ich niewan eine. Um was er mich bat, dass weiß nur ich allein.
jâ volge ich iuwer ræte harte kleine." Deshalb will ich euren Rat überhaupt nicht folgen.

Der muoter der wart leit, Der Mutter war es leid,
daz diu tohter niht enhôrte, daz si ir vor geseit; dass die Tochter ihr nicht Gehör gab, was sie vorhin gesagt hatte;
iz sprach diu stolze meit: So sprach das stolze Mädchen:
"ich hân im gelobt: des hât er mîne sicherheit. "Ich habe es ihm versprochen: er hat mein Vertrauen.
waz verliuse ich dâ mit mîner êren? Warum sollte ich damit meine Ehre verlieren?
jâne wil ich nimmer widerkêren, Hier will ich nicht mehr wiederkehren,
er muoz mich sîne geile sprünge lêren." er muss mir seine wilden Sprünge beibringen."

Diu muoter sprach: "wol hin! Die Mutter sprach: "So geh!
verstû übel oder wol, sich, daz ist dîn gewin: dir wird es wohl oder übel ergehen, schau, das ist dein Problem:
du hâst niht guoten sin. Du hast eh nichts gutes im Sinne.
wil dû mit im gein Riuwental, da bringet er dich hin: Willst du mit ihm ins Reuental, dort bringt er dich sicherlich auch hin:
alsô kan sîn treiros dich verkoufen. So kann seine Melodie dich verkaufen.
er beginnt dich slahen, stôzen, roufen er beginnt dich zu schlagen, stoßen und zu prügeln
und müezen doch zwô wiegen bî dir loufen." und müssen doch zwei Wiegen bei dir laufen."

Übersetzung 4: "Neidhart" Winterlied 4, Str. I - Xb

Mittelhochdeutsch Neuhochdeutsch
Sumer, dîner süezen weter müezen wir uns ânen; Sommer, von deinem lieblichen Wetter müssen wir uns jetzt verabschieden:
dirre kalte winder trûren unde senen gît. diese kalten Wintertage bringen uns Trauer und Habgier.
ich bin ungetroestet von der lieben wolgetânen. Ich werde von der Geliebten nicht getröstet.
wie sol ich vertrîben dise lange swaere zît, Wie soll ich also diese lange und schwere Zeit hinter mich bringen,
diu die heide velwet unde mange bluomen wolgetân? welche die Wiese und manche schöne Blumen erblühen lässt?
dâ von sint die vogele in dem walde des betwungen, daz si ir singen müezen lân. So sind die Vogel im Wald dazu gezwungen, ihr Singen einzustellen.

Alsô hât diu vrouwe mîn daz herze mir betwungen, So hat mir meine Geliebte das Herz gebrochen,
daz ich âne vröude muoz verswenden mîne tage. dass ich ohne Freude die Tage vergehen lasse.
ez vervaehet niht, swaz ich ir lange hân gesungen; Es hat nichts gebracht, dass ich sie so lange besungen habe;
mir ist alsô maere, daz ich mêre stille dage. Mir ist das jetzt egal, sodass ich künftig schweigen werde.
Ich geloube niht, das sî den mannen immer werde holt: Ich glaube nicht, dass sie an anderen Männern gefallen finden wird:
wir verliesen, swaz wir dar gesingen unde gerûnen, ich und jener Hildebolt. Wir würden mit unserem Singen und Zuflüstern nur Zeit verlieren, ich und jener Hildebolt.

Der ist nû der tumbist under geilen getelingen, Er ist nun der dümmste unter den lustvollen Burschen,
er und einer, nennet man den jungen Willegêr: er und noch einer, den man den jungen Willegar nennt:
den enkunde ich disen sumer nie von ir gedringen, Den konnte ich diesen Sommer nicht von ihr verdrängen,
sô der tanz gein âbent an der strâze gie entwer. als der abendliche Tanz auf der Straße stattfand.
mangen twerhen blic den wurfen sî mich mit den ougen an, Viele bösen Blicke warfen sie mir mit den Augen zu,
daz ich sunder mînes guoten willen vor in beiden ie ze sweime muose gân. dass ich gegen meine Absicht mich von den zwei, distanzieren musste.

Wê, daz mich sô manger hât von lieber stat gedrungen Wehe, dass mich so mancher von der günstigen Stelle weggedrängt hat
beidiu von der guoten unde ouch wîlent anderswâ! sowohl von der guten und auch einst anderswohin!
oedelîchen wart von in ûf mînen tratz gesprungen. Töricht wurde von ihm auf meinen Widerstand hin getanzt.
ir gewaltes bin ich vor in mînem schophe grâ. Wegen ihrer Gewalt bin ich vorn auf meinem Kopf grau.
doch sô neic diu guote mir ein lützel über schildes rant. Doch so neigte sich die Gute ein wenig über den Rand des Schildes zu mir.
gerne mugt ir hoeren, wie die dörper sint gekleidet: üppiclîch ist ir gewant. Gerne könnt ihr hören, wie die Dörper gekleidet sind: übermütig ist ihre Kleidung.


V
Enge röcke tragent sî und smale schaperûne, Sie tragen enge Obergewänder und knappe Mäntel,
rôte hüete, rinkelohte schuohe, swarze hosen. rote Hüte, Schnallenschuhe, schwarze Hosen.
Engelmâr getet mir nie sô leide an Vriderûne, Engelmar tat mir nie so <großes> Leid an in Bezug auf Friderun,
sam die zwêne tuont. ich nîde ir phellerîne phosen, wie es die beiden tun. Ich hasse ihre seidenen Beutel,
die si tragent: dâ lît inne ein wurze, heizet ingewer. die sie bei sich tragen: darin befindet sich eine Wurzel, sie heißt Ingwer.
der gap Hildebolt der guoten eine bî dem tanze; die gezuhte ir Willegêr. Hildebolt gab der Guten eine davon beim Tanz, diese entriss ihr Willeger.


Va
Gern west ich, wie es die torpper vnter einander trachten. Gerne wüsste ich, wie es die Dörper untereinander betrachten.
sie trugen peckkelhauben, darczu lange swert Sie trugen Eisenhauben, dazu lange Schwerter.
ir spottigkeit, ir laster sie gar zu laster brachten: Ihre Spottlust, ihr Laster brachte sie gar zur Schande:
des wurdens durch die goller mer denn halb gewert. dadurch wurden sie durch den Brustharnisch mehr als halb geschützt.
sie stritten mit einander einen ganczen summer langen tag. Sie stritten einen ganzen langen Sommertag miteinander.
das ir geläße sahe herre Neithart, do er in dem vas bey dem wein lag. Herr Neidhart sah ihr Benehmen, da er bei dem Fass Wein lag.


VI
Sagte ich nû diu maere, wie siz mit ein ander schuofen, Ich erzählte nun die Geschichte, wie sie es miteinander trieben,
des enweiz ich niht: ich schiet von danne sâ zehant. das weiß ich nicht: Ich hielt mich sofort von dort fern.
manneglîch begunde sînen vriunden vaste ruofen; Jeder begann seinen Freunden laut zu rufen;
einer der schrê lûte: „hilf, gevater Weregant!“ einer schrie laut: „Hilf, mein Freund Weregant!“
er was lîhte in grôzen noeten, dô er sô nâch helfe schrê. Er war sicher in großer Verzweiflung, da er so nach Hilfe schrie.
Hildeboldes swester hôrte ich eines lûte schrîen: „wê mir mînes bruoder, wê!“ Hildebolts Schwester hörte ich allein laut schreien: „Wehe mir mein Bruder, wehe!“


VIa
Dô kam schiere ein geteline geloufen von dem strîte: Da kam bald ein Bursche von dem Streit herbeigerannt;
den frâgt ich der maere. "Willeher mit ellen streit. den fragte ich nach der Geschichte. „Willeher streitet mit Ellen(bogen).
Hildeboltes schapperûn der ist zerzerret wîte Hildebolts Mantel ist überall zerissen
und dar zuo sîn enger roc wol drîer spannen breit." und dazu sein enges Obergewand wohl drei Spannen breit.“
daz geschach umb eine wurzen, die man ûz der hende ir brach. Dies geschah wegen einer Wurzel, die man ihr aus den Händen riss.
des engalt vil mangiu spaehiu hûbe, die man bî dem tanze zerzerret ligen sach. Daher geht es um viele schöne Hauben, die man bei dem Tanz <dort> zerrissen liegen sah.


VII
Wâ bî sol man mîn geplätze hinne vür erkennen? Wodurch soll man mein Geschwätz künftig erkennen?
hie envor dô kande man iz wol bî Riuwental. Bisher kannte man es wohl dort beim Jammertal.
dâ von solde man mich noch von allem rehte nennen: Davon sollte man mich noch zu allem Recht nennen:
nust mir eigen unde lêhen dâ gemezzen smal. Es nützt mir selbst und das Lehen dort ist klein bemessen.
kint, ir heizet iu den singen, der sîn nû gewaltic sî! Kinder, ihr werdet in den Gesänge genannt, der Sinn sei nun gewaltig!
ich bin sîn verstôzen âne schulde: mîne vriunt, nu lâzet mich des namen vrî! Ich bin nicht der Grund für sein Zurückweisen: Meine Freunde, nun lasst mich frei von diesem Namen!


VIII
Ich hân mînes herren hulde vloren âne schulde: Beispiel
dâ von so ist mîn herze jâmers unde trûrens vol. Beispiel
rîcher got, nu rihte mirz sô gar nâch dîner hulde, Beispiel
manges werden friundes daz ich mich des ânen sol! Beispiel
des hân ich ze Beiern lâzen allez, daz ich ie gewan, Beispiel
unde var dâ hin gein Ôsterrîche und wil mich dingen an den werden Ôsterman. Beispiel


IX
Mîner vînde wille ist niht ze wol an mir ergangen: Beispiel
wolde ez got, sîn mähte noch vil lîhte werden rât. Beispiel
in dem lande ze OEsterrîche wart ich wol enphangen Beispiel
von dem edeln vürsten, der mich nû behûset hât. Beispiel
hie ze Medelicke bin ich immer âne ir aller danc. Beispiel
mir ist leit, daz ich von Eppen und von Gumpen ie ze Riuwental sô vil gesanc. Beispiel


IXa
Her Nîthart hât uns hie verlâzen als diu krâ den stecken, Beispiel
diu dâ hinne fliuget unde sitzet ûf ein sât. Beispiel
ez sol ein man mit fremden frouwen niht ze vil gezecken, Beispiel
der der wâren schulde an sîner keine vunden hât. Beispiel
er niez sîn tegelîche spîse (der hât er dâ heime genouc), Beispiel
lâz Hildebolten mit gemache! ez was ein eichel, die er bî im in dem biutel truoc. Beispiel


X
Rädelohte sporen treit mir Fridepreht ze leide, Beispiel
niuwen vezzel hât er baz dan zweier hende breit. Beispiel
rucket er den afterreif hin wider ûf die scheide, Beispiel
wizzet, mîne vriunde, daz is mir ein herzenleit! Beispiel
zwêne niuwe hantschuoh er unz ûf den ellenbogen zôch. Beispiel
mugt ir hoeren, wie der selbe gemzinc von der lieben hiuwer ab dem tanze vlôch? Beispiel


Xa
Er gap versengelt wol, rehte als im waer an gebunden Beispiel
ein swînes blâse, alsô man den wilden hunden tuot. Beispiel
ofte brach er sînen zelt, als sî doch wol befunden, Beispiel
Hatze und Pletze und jeniu ir gespile Hademuot. Beispiel
frâget Engeltrûten, wiez laeg umbe ir bruoder Fridebreht! Beispiel
"ach ach, er hât verrenket sich vor vorhte", alsô hât si mir geseit, "der toersche kneht." Beispiel


Xb
Sach ab ieman jenen mit der gickelvêhen täcken? Beispiel
die treget er ûf der hende und klopfet ûf sîn niuwez swert: Beispiel
dâ mite er uns des nahtes ab der gazzen wil erschrecken. Beispiel
der selbe dünket sich noch mêr dan drîer bônen wert, Beispiel
als er danne gerûzet unde gedraeset, der vil übele man, Beispiel
und im sîn täcke ringeleht erklinget dem gelîche, als er trage ein goller an. Beispiel