Ein Vergleich: Parzival und Hiob

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Obwohl sich die Charakter Parzival, aus Wolfram von Eschenbachs gleichnamigen Buch, und Hiob, aus der alttestamentarischen Geschichte, stark unterscheiden, so lassen sich doch Parallelen zwischen den Werken ziehen. Parzival auf der einen Seite, ist ein Ritter des Artushofes der Gralskönig wird, und Hiob auf der anderen Seite, ist ein gottesfürchtiger Mann, der scheinbar nicht vom Glauben abfallen kann. Diese Parallelen bzw. Ähnlichkeiten aufzuzeigen ist das Ziel dieses Artikels. Dafür sollen unterschiedliche Textstellen aus dem 'Parzival' mit 'Hiob' verglichen werden.

Zusammenfassung der Hiob Geschichte

Hiob ist nicht nur ein wohlhabender Mann, der reich an Ländern und Vieh ist, eine große Dienerschaft hat und dazu noch sieben Söhne und drei Töchter, sondern er ist einer der gottesfürchtigsten Männer, da er sogar für die Sünden seine Kinder Opfer bringt, um Gott zu besänftigen. Zum Pech Hiobs fordert der Teufel Gott heraus. Er behauptet, dass Hiob vom Glauben abfallen würde, wenn dieser nicht so wohlhabend wäre. Doch Gott vertraut auf Hiobs Frommheit. Deswegen gestattet Gott dem Teufel Hiobs Besitz wegzunehmen. Der Teufel zerstört daraufhin alles. Er verwüstet die Länder Hiobs, tötet sein Vieh, die Dienerschaft und seine Kinder.

Als Hiob von einem Überlebenden die Katastrophen erfährt, fällt er nicht vom Glauben ab. Er bleibt gottesfürchtig.

Der Teufel tritt abermals vor Gott, denn er meint, dass Hiob vom Glauben abfalle, wenn er krank werden würde. Gott erlaubt es dem Teufel, aber nur wenn der Teufel Hiobs Leben schont.

Hiob wird wie erwartet schwer krank. Seine Frau rät ihm von seinem Glauben abzulassen. Doch selbst die Krankheit löst keinen Zweifel bei Hiob aus.

Daraufhin wird er von drei Freunden besucht, die von seinem Unglück gehört hatten. Er klagt ihnen sein Leid und sein Unverständnis warum er soviel ertragen muss, obwohl er so gottesfürchtig und fromm gewesen ist. Doch er bleibt seinem Glauben treu. Es entsteht ein Streit zwischen Hiob und seinen Freunden. Sie beschuldigen ihn der Gottlosigkeit, da Gott keine Unschuldigen bestraft, und fordern Hiob auf Buße und Demut gegenüber Gott. Die Freunde Hiobs verhalten sich dabei als wären sie Anwälte von Gott und stellen sich durch ihre Reden unbemerkt über Gott selbst.

Hiob meint seine Freunde verstehen ihn nicht und sein Klagen und seine Anschuldigungen richten sich nun langsam gegen Gott selbst. Hiob glaubt unschuldig zu sein und fordert daher Gerechtigkeit von Gott. Er will für seine Rechtschaffenheit belohnt werden. Er glaubt genügend Erkenntnisse und Erfahrung von der Welt gemacht zu haben, weshalb seine Forderung von Gerechtigkeit berechtigt sein soll. Er meint der Maßstab der Welt zu sein und stellt sich mit Gott gleich. Gott reagiert auf dieses anmaßende Verhalten und erscheint Hiob in der Form eines Sturms. Hiob erbittet Gnade für sich und seine Freunde. Er sieht seine Selbstüberschätzung ein und gibt zu, dass er unweise sprach. Hiob konnte so zu seinem Glauben zurückfinden, darum sah Gott seine Prüfung als bestanden an und er schenkte ihm doppelt so viele Besitztümer, wie davor.