Benutzer:Elisa Immler

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Version vom 27. Juli 2021, 13:02 Uhr von Elisa Immler (Diskussion | Beiträge)

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Winterlied 10 - Übersetzung

I) Als der liebe Sommer sich verabschiedet hatte, da musste man auf die Tänze auf der Wiese gänzlich verzichten. Deshalb erlitt seither Kummer der Herr Gunderam. Dieser musste auch mit seiner Angeberei auf [verschiedenen] Wegen aufhören. Er ist der Aufseher des Würfelspiels in diesem Winter: Einen dümmeren Narren gibt es nirgendwo in diesem Land; sein Gassenräumer schaut immer zum Hintern.

II) Was er an den Mädchen da an Wundertaten vollbringt, bevor meine Dame Glocke ihre Anweisungen durchsetze! Er ist sehr rücksichtslos. Welche auch immer er bedrängt, wird diese von Schlägen bleich und unterlässt von nunan Gespött; aus diesem Grund sollen alle ihr Schmunzeln lassen, auf das junge Leute so schwer verzichten können! Das hat ihre Hand unter solcher Führung häufig gespürt.

III) Immer, wenn man feiert, erheben sie sich dort mit einer Versammlung, denen [allen] ich wirklich Schaden gönne. Werenbrecht spielt auf der Leier, währenddessen schlägt Sigemar [die Trommel/die Pauke/das Tamburin]. Dass ihnen dort ein Missgeschick passiere, das wäre auch sehr passend. Das könnte sich doch sehr leicht verkehren: Wenn sie ihre Zügellosigkeit nicht unterlassen, dann könnten sich zwei sehr an meinem Gerichtsschwert schneiden.

IV) Käme ich zu einem Tanz, zu dem alle hingingen, geschähe ein Spiel mit Händen sein mit Schwertschneiden an beiden daran. Vielleicht würde mir ein glücklicher Zufall zuteil, dass drei vor mir lägen. Ich hielte es für unabwendbar, würde es einer früh verhindern. Sieg und Glück würden mir helfen, zu gewinnen, dass sie zur Hälfte von da entrinnen müssten. Nun mögen sie sich erheben und in ihrem Übermut zergehen.

V) Seine Jagdausflüge lassen mich grau werden. Immer, wenn er hochmütig vor meine Dame tritt, betreibt er das lange, und bleibt lange dort, hilft man ihm aus dem schweren Atmen, sodass er sehr traurig dasteht. Er und irgendjemand seiner Gesellen, den ich an ihrer Hand tanzend erwische, schlage ich, das sei gewiss, dass ihm die Elle offen klafft!

VI) Ihm hilft weder sein Wams noch sein Helm; es wird an ihm Rache genommen: er entriss ihr einen Ball. Er ist ein törichter Dummkopf, seine unverständige Gesinnung wird ihm da [noch zusätzlich] gemindert. Will er bei Reuental so viel hin und her strawanzen dann wird er zerzaust in vier Teile Herr Werenbrecht, was vermag ich dabei, wenn er herumschwankt?

VI a) Solange ich die Keulen an meiner Seite trage kann mich durch meine Trommel niemand stechen. Er müsste sehr weit springen: Erwische ich ihn mit dem Schlagstock, schlage ich ihn, sodass der Einfältige das Tageslicht nicht mehr erblickt. Ich verhelfe seinem Körper in den Staub und schlage ihn absichtlich mit einer Flasche, sodass ihm die Hunde das Hirn von der Erde schlecken müssen.

VI b) Herr Neidhart hat gesungen, dass ich ihn hassen wolle aufgrund des Willens meines Verwandten, den Verwandten tadelte er herb. Ließe er es ohne Zwang! Es ist ihm wohl zu viel! Soll er sich um seine Grillen sorgen und das im Zaume halten! Es ist eine Schmach, die mich zu freuen verhindert. Wird mir das Gerichtsschwert gewetzt, trenne ich ihn auf, sodass man gut einen Sessel in ihn setzen könnte.

Sommerlied 4

I) Heide, Weide, Wald stehen in Freude; Sie haben sich mit ihrem besten Gewand gekleidet, das ihr der Mai gesandt hat. Lasst uns alle mit Freudenklängen froh sein! Der Somme ist ins Land eingezogen.

II) Geht schön aus der Stube, ihr übermütigen Kinder, lasst euch auf der Straße sehen! Der eisige Wind ist vorüber sowie auch der eiskalte Schnee. Geht schnell zum Wald! Die Vögelchen singen, ihnen war es unwohl.

III) Ihr Leid ist ihnen ganz entschädigt worden. Das sollt ihr mir glauben. Erkennt selbst, was der Sommer erweisen hat. Er will gewiss eine Vielzahl von Bäumen mit einem Blätterkleid versehen.

IV) Die nun unter viel Beobachtung stehen wollen, die sollen schnell ihr bestes Sonntagsgewandt anlegen, sie sollen sich darin sehen lassen. Lasst uns bei den Auen zusehen, einige Blumen von Hand zu pflücken.

V) Wäre das Reuental mein Eigen, ich bin diesen Sommer frei von allen Sorgen seit der Winter von dannen gezogen ist. Ich will die jungen Leute in ehrlicher Freude unterrichten: Danach steht mir der Sinn.

Sommerlied 18 - Übersetzung

I)„Zu uns wird ein Sommer kommen“, sprach ein Mädchen: „das habe ich von dem [Herren] vom Reuental vernommen. Ja, will ich ihn loben!Mein Herz spielt verrückt vor Freude dagegen, als wolle es toben. Ich höre ihn singen, dort bei den Kindern. Ich kann das nicht mehr ertragen, ich hüpfe an seiner Hand zur Linde.“

II)Die Mutter rief ihr nach;Sie sprach: „Tochter, folge mir, lass dich nicht hetzen!Weißt du, wie es deiner Freundin Jiut geschah, wie ihrer Mutter, auch? Ihr war von seinem Tanzen/Paaren auf ihrem Bauch und sie bekam ein Kind, das sie Lempel nannte: Also lehrte er sie den Geschlechtsverkehr.“

III)„Mutter, hör auf damit! Er schickte mir einen Rosenkranz, der in hellem Licht auf meinem Kopf erstrahlte und zwei rote Beinschienen/Stiefel brachte er mir über den Rhein mit: Die trag ich noch jetzt an meinen Beinen. Darum bat er mich, dass weiß nur eine einzige. Ich folge deinem Rat auf keinen Fall.“

IV)Die Mutter war es leid, dass ihre Tochter ihr nicht auf das hörte, was sie ihr vorher gesagt hatte; es sprach das übermütige Mädchen: „Ich habe ihm versprochen: Dafür hat er meine Gewähr. Was sollte ich ihn da bei meiner Ehre verlassen? Ich will nicht mehr wiederkehren, er muss mir seine lüsternen Bewegungen beibringen.“

V)Die Mutter sprach: „Na gut! Fährst du damit schlecht oder gut, das ist der Gewinn: Du hast keinen gesunden Verstand. Willst du mit ihm ins Reuental gehen, da bringt er dich [nämlich] hin: Also kann seine Melodie dich preisgeben. Er beginnt, dich zu schlagen, stoßen, dich an den Haaren zu ziehen und müssen doch zwei Wiegen bei dir stehen.“


Winterlied 24 - Übersetzung

I) Sommer, deines lieblichen Wetters müssen wir entbehren: Dieser kalte Winter spendet Traurigkeit und Sehnsucht. Ich werde nicht getröstet von der lieben schönen [Frau]. Wie soll ich mir diese lange, beschwerliche Zeit vertreiben, die die Heide entfärbt und zahlreiche Blumen verschönert hat? Davon sind die Vögelein im Wald betört, sodass sie ihr Singen unterlassen müssen.

II) Also hat meine Herrin mein Herz erobert, sodass ich freudlos meine Tage verschwenden muss. Es verflüchtigt sich nicht, was ich ihr lange vorgesungen habe; Mir ist also bekannt, dass ich noch viele stille Tage vor mir habe. Ich glaube nicht, dass sie zu den Männern immer freundlich ist. Wir verloren, was wir damals gesungen und geflüstert haben, ich und jener Hildebolt.

III) Dieser ist nun der dümmste unter lüsternen Bauernburschen, er und einer, den man den jungen Willeger nennt. Den konnte ich diesen Sommer nie von ihr wegdrängen, So verlief der Tanz gegen Abend an der Straße auf verqueren Wegen. In mancher Nacht warf sie mir mit ihren Augen einen Blick zu, sodass ich einsam mit meinem guten Willen vor ihnen beiden schwankend gehen musste.

IV) Ach weh, dass mich so mancher von einer lieblichen Stelle weggedrängt hat, beide von der guten und auch früher von woanders! Auf dieselbe Weise wurde von ihm zu meinem Trotz umgesprungen/umgegangen. Auf ihren Macht hin habe ich vor ihm graue Haare. Doch so neigt sich die Gute ein kleines bisschen über den Rand meines Schildes. Gerne sollt ihr hören, wie die anmaßenden Dörfler gekleidet sind: ihr Gewand ist üppig.

V) Enge Röcke tragen sie und knappe Kapuzen, rote Hüte, Schuhe mit Lochstickereien, schwarze Hosen, Engelmar tat mir an Friederune nie so ein Leid an, wie es die zwei [hier] tun. Ich hasse ihre Beutel aus Fell, die sie tragen: Darin liegt eine Wurzel, die Ingwer heißt. Diesen Ingwer gab Hildebolt der Guten beim Tanz; die züchtete ihr Willeger.

Va) Gerne wüsste ich, wie die Dörfler unter sich nacheinander trachten. Sie trugen Pickelhauben, dazu Langschwerter. Ihr Spott und ihre Laster verführten sie nur zu Lastern: Das wurde doch die Colliers mehr als halb gewährt. Sie stritten miteinander einen ganzen langen Sommertag. Dass sie das sein lassen sollten, sagte ihnen der Herr Neidhart, als er beim Wein lag.

VI) Erzählte ich nun die Überlieferung, wie sie miteinander zu schaffen hatten, das weiß ich nicht: ich zog sofort von dannen. Nach Mannesart begannen seine Freunde gewaltig zu rufen; Einer von ihnen schrie laut: „Hilf, Gevatter Weregant!“ Er war vermutlich in großer Not, da er so nach Hilfe schrie. Hildeborts Schwester hörte ich mit einem Laut schreien: „Ach weh mir, mein Bruder, ach weh!“

VIa) Da kam sogleich ein Bauernbursche vom Streit hergelaufen; Den fragte ich nach der Geschichte. „Willeher streitet mutig. Hildebolts Kapuzenmantel ist ganz ausgeleiert/zerrissen und dazu sein enger Rock wohl drei Spannen breit.“ Das geschah einer Wurzel wegen, die man ihr aus der Hand gerissen hatte. Dasselbe galt auch in hohem Maße für die Haube, die man beim Tanz zerrissen liegen sah.

VII) Als was soll man mein Aufschlagen hier drinnen erkennen? Hier kannte man es früher gut bei Riuwental. Davon sollte man mich noch von allem recht benennen: Jetzt ist es mir zu eigen und gemessen an meinem geliehenen Gut klein. Kinder, ihr sagt über den, er singe, der nun mächtig ist. Ich bin vom ihm schuldlos verstoßen worden: meine Freunde, nun verschont mich doch mit diesem Namen.

VIII) Ich habe meines Herren Freundlichkeit schuldlos verloren: Deshalb ist mein Herz voll mit Jammer und Traurigkeit. Allmächtiger Gott, nun richte mir alles nach deinem Gutdünken ein, dass ich mich manchen werten Freundes vorsehen soll! Das alles habe ich in Bayern gelassen, was ich je erlangt habe, und fahr dahin nach Österreich und will mich an den werten Österreicher verkaufen.

IX) Der Wille meiner Feinde wurde nicht gut an mir erfüllt: Würde Gott es wollen, würde seine Macht noch leicht ein Ratschlag werden. Im Land Österreich wurde ich gut empfangen von dem edlen Fürsten, der mir ein Obdach gewährte. Hier bei Medelicke bin ich immer ohne ihrer aller Dank/Zufriedenheit. Es tut mir leid, dass ich von Eppen und von Gumpen in Riuwental so viel gesungen habe.

IXa) Herr Neidhart hat uns hier verlassen, wie die Krähe, die nun dahinfliegt und auf einer Saat sitz, den Stock. Ein Mann soll mit fremden Frauen nicht so viel zu tun haben, der an seinem wahren Benehmen keine Wunde durch Schuld hat. Er genieße seine tägliche Speise (davon hat er zuhause genug), er lasse Hildebolt mitmachen. Es war eine Eichel, die er bei sich im Beutel trug.

X) Die Sporen Rädelohts treiben mir Friedepreht zu Leide, Ein neues Band/ Neues Zaumzeug hält er in seinen beiden Händen bereit. Rückt er das Geschirr am Hintern wieder auf die Scheide hin, dann wisst, meine Freunde, das tut mir in der Seele weh! Zwei neue Handschuhe zog er über seine Ellenbogen. Wollt ihr hören, wie derselbe Gamsbock heuer vor der lieben Frau vom Tanze floh?

Xa) Er schlug sich in die Flucht, grad so, als wäre an ihm eine Schweinsblase festgebunden, wie man es bei den wilden Hunden zu tun pflegt. Oft brach er seinen Passgang ab, als habe sich doch Hatze, Pletzet und deren Gespiele Hademuot für gut befunden. Fragt Engeltrute, wie es um ihren Bruder Friedebrecht stehe! „Ach weh, ach weh. Er hat sich besorgniserregend verrenkt“, so hat sie mir es berichtet, „der törichte Knecht.“

Xb) Sagst du von jemandem, jener habe eine buntscheckige Decke? Die trägt er in seinen Händen und klopft auf sein neues Schwert: Damit er uns nachts in den Gassen erschrecken könne. Er selbst hält sich noch für mehr als drei Bohnen wert, wenn er gelärmt und geschnaubt hat, der so schlimme Kerl, und in seiner geringelten Decke erklingt es, als trage er ein Kollier.

Winterlied 13

I) Wie überwinde ich nur sowohl meine Liebe als auch den Winter? Ich kann die Schönheit fast nicht verschmerzen. Von so großem Leid, wie mir Betrübnis ohne Freude zufügt, ist die Trauer, die ich nun schuldlos in diesen tristen Tagen ertragen muss, Tage, die uns den Winter ankünden, der uns so manche Freude raubt. Die kleinen Vögelchen beendeten ihren Gesang. So will auch ich mit meinem Gesang stillschweigen.

II) Wenn mich nicht Trost und Hoffnung ereilen, weiß ich nicht, was für eine Gnade mich trösten könnte. Es möge ihr gut dünken. Meinen Dienst habe ich ihr lange geleistet und das stets mit Fürsorge. So pflegte ich es immer gern zu tun, möchte ich daraus einen Nutzen ziehen, damit mich die Dörper nicht um meinen Lohn bringen. Danach greift Uoze und nach seiner rauen Pelzmütze.

III) Engelwan und Uoze, die beiden hasse ich (Mit Schäden und Eifersuchteleien ihrerseits muss ich rechnen) sowie auch den ausgelassenen Ruoze: Wie sehr er sich anmaßte, er könnte mit mir dadurch standhalten! Die drei widersetzten sich mir, berieten sich und sorgten dafür, dass ich ohne Lohn zurückbleibe. Folge nicht dem, was sie sagen, meine Angebetete, Liebste aller Frauen! Entlohne mich meiner Jahre; lass ein Leid an mir geschehen!

IV) Herrin, deine Güte erkenne ich auf so vielfältige Weise, dass ich deinen Lohn der Liebe ausgeharrt habe. Daher traute ich mich an die Dorfspränzler und ihre Gewalt, da war es mit den Blumen vorbei. Jetzt will mir Engelwan deine Huld verwehren: das muss ihm unbedingt misslingen, indem hundert Schwerter auf seinem Kopf laut erklingen mögen! Schneiden sie richtig, zerschmettern sie ihm den Helm.

V) Seht Engelwan an, wie arrogant er sich gebärt! Wenn er mit gezücktem Schwert zum Tanze geht, so ist er dort nicht ohne die flämische Hofschaft, da sein Vater Batze wenig mit ihm zu tun hat. Ist doch sein Sohn ein dummer Kuckucksvogel mit seiner rauen Haube: Ich vergleiche sein Schnauben mit einer gesättigten Taube, die mit vollem Halse im Kornhaus sitzt.

VI) Wer in seinem stillen Kämmerchen je Liebe oder Leid erfahren hat, dem sind meine Sorgen und mein Kummer wohl bekannt. Da ich meinen Augen ihren Weg nicht verbieten kann, schauen sie nicht hin, wenn Ruoze an ihrer Hand tanzt, so verlasse ich [den Tanz] geschwächt, da ich mich selbst nicht raufe: Solchen Wechsel nehmen die, die lieben, in Kauf. Minne, lass mich frei! Mich bedrücken deine Bande allzu sehr!

VII) Minne, deine Schnüre bedrängen mein Herz, mit dem ich oft kampflustig dir gegenüber war. Wenn ich mich heimlich die Glocke in deinem Zimmer anschlage, dann bin ich bezwungen, dass schwöre ich dir wohlwollend. Frau Minne, deine Gewalt gegen mich ist allzu hart; Königin, erlaube deiner Ungunst nicht, dass sie mich zugrunde richtet! Ja sie ist Herr über mich.


Winterlied 1

I) Winter, deine Gewalt will uns in die Stube drängen weit weg von der Linde: Deine Winde, die sind kalt. Lerche, hör auf zu singen! Dir haben sowohl der Raureif als auch der Schnee widersagt; du musst stillschweigen: So beklage ich den grünen Klee. Mei, ich will vor dir niedersinken; mich schmerzt der Winter.

II) Tanzt, lacht, seid froh! Das ziemt sich so bei jungen Leuten den langen Winter über sehr. Euch zur Liebe gebe ich dieses Jahr einen neuen Gesang aus meinem Munde wieder, sodass ihr ohne Schwermut Freude erbitten möget. Engelmar, deine Stube ist gut. Am Bergabhang ist es kühl. Der Winter bringt Schaden.

III) Etzel, Ruoze, Adelber und der ausgelassene Rüele haben zusammen auf einen dörper geschworen. Dieser ist aus Witenbrüele und provizerte großen Zorn. Das habe ich noch erfahren bevor sie vor Gericht zogen/der (Rechts-)Streit begann. Rüele wollte für einen Wiederstreit in den Reigentanz springen: das wollte Lanze nicht.

IV) Lanze tanzte Tanzschritte der Preis dafür ist grün wie der Klee. Für das Geweih hat er sich bereitet: Er lebt in der Hoffnung, dass ihm nichts standhalten kann. Er hat sich in ein gutes Eisenhemd gesteckt/genäht. Er geht knurrend wie ein Bär; Frohmut ist ihm fremd. Nur ein Kind kann ihn bestätigen.

IVa) Lanze hat noch die Eigenschaft, die er nicht unterlassen kann, sich aufzuführen, als sei er ein Kind. Drei habe ich schnell erkannt, die ihm auf der Straße beigestanden sind: Isenbolt, Isenhart und der junge Vrite. Rüele war nie so zart, ihm blieb bei diesem Streit eine tödliche Verwundung erspart.

IVb) Also lasst uns den Streit um diese Personen sein lassen und zum Tanz gehen: Da springen wir schön in die Höhe. Nun wohlan, Mädchen und junge Frauen, Afra, Englin, Franze, diese wollen uns vorsingen. Metze verbreitet… und Adelheid kommt [dazu] und über…Engellint und die fröhliche Irmengart, das sind gar schöne junge Mädchen.


Winterlied 27 - Übersetzung

I) Es tut mir im Herzen weh, dass der kühle Winter die schönen Blumen stark zerstört. So zerstört mich auch ein leidvoller Dienst. Diese beiden Sorgen drängen mich hinein zum Ende des Ziels meiner Freude. Oh weh, dass die Schöne das freiwillig betreibt, wo sie doch sehr wohl mein Leid erstrebt. Ach würde ich noch den Tag erleben, an dem sie gnädig wäre.

II) Immer wenn ich mich sammle und an sie denke, stelle ich sie mir als gnädige Frau vor, die deine hätte sich nicht so lange bei ihr versteckt. Da sie keinen meiner neuen Gesänge belohnt, [frage ich mich:] wann kann ich woanders meinen Frauendienst leisten? Nein, aus freien Stücken will ich diesen Kummer nicht länger dulden. Was, wenn noch eine ehrenvolle Frau meinen Mut in das Gegenteil verkehrt? Erfreue mein Herz und tröste meinen Körper! Diese beiden sind versehrt.

III) Zu dem unangenehmen Gefühl, das ich durch sie erleide, zwingt mich ein anderes Leid, das mich von allen Leiden am meisten übermannte, wie ich deshalb lache und mich fröhlich aufführe: Mir hat ein dörper widersprochen Aufgrund nichts anderen als meines üppigen Gesangs. Der hieß Adeltir, gebürtiger Herr von Ense. Zu allen Zeiten droht er mir wie eine fette Gans.

IV) Auf einem Tanz dieses Jahres ging er auf und ab. Dieses Hin und Her hielt er täglich ab: Ein glänzendes Band legte er um das neue Kränzchen. Etzel und Lanze, zwei dumme Knappen, die verfolgen auch, was jener verfolgt. Lanze bereitete einem sehr stolzen Mädchen schweren Kummer. Einen kleinen schönen Schleier zerrte er von ihrem Haupt herab. Dazu einen Blumenhut. Wer hat ihm das erlaubt?

V) Oh weh, seine Hände! Möge sie seine Hände verfluchen! Die Finger müssen verloren gehen, mit denen er den schädlichen Fetzen herabgezerrt hat! Hätte er es doch unterlassen, ihre Bänder herabzuzerren. Das Kränzchen hätte auch sie fälschlich gelockt. Er ist ungenügsamer als Engelmar zuweilen, der auf gewalttätige Weise den Spiegel Friederuns geraubt hat. Also bin ich zornig auf den dörper, so auch auf Walberun.

VI) Diese alte Schuld weckt mir die neue: Es hat ein übermütiger Bursche dieses Jahr in mir erweckt, was mir je an Leid widerfuhr. Ehe ich es lange dulde, was meine Treue auslöst, springe ich zu ihm in den Ring, er hielt seiner Buße stand, die er für eine Frau auferlegt bekam, der ich lange gedient habe mit ganzer Treue/ Standhaftigkeit. Hätte er sie nur in Ruhe gelassen, wie recht er daran täte.

VII) Ach weh, was hat er für Flausen im Kopf! Sie gereicht ihm nicht zur Mäßigkeit. Was soll sein qualvolles Gebrechen? Ihm kann sein höfliches Gewand nicht helfen. Er soll sich doch eine suchen, die ihn werben lässt. Seine roten Brustplatten, die sind ihr ganz und gar unangenehm, dazu sein Wangenband. Anliegende Ärmel trägt er lang, sie sind vorne verbrämt, innen schwarz und außen weiß. Mit seiner Rede entflammt er [die Zuhörenden].

VIIa) Die Stränge seiner Schnüre baumeln an diesen Orten: Da hängt wundersamer Pfeffer herab, Muskat, Nelke, Pfaffenspiegel: Das ist der Glanz der dörper. Er will ein Mädchen mit süßen Worten bedrängen, wobei ihm aber sein üppiges Gewand und dazu sein prächtiges Tanzkleid nicht helfen können. Ein sehr gut behandeltes Leinentuch, sechzehn kleine Edelsteine hat sein Hemd und auch seine Hose. Die Taille ist außergewöhnlich.

VIIb) Herr Neidhart, wollt Ihr das unterlassen? Es mag Euch misslingen. Jetzt habt ihr es auf meine Treue abgesehen, und kann ich es, muss es euch beim Tanze leidwerden! Wollt Ihr auf den Straßen mit uns streiten, wie breit euer Mehltrog ist, der Ganz scheint unter Eurem gestreiften Hemd durch, und solltet Ihr der Teufel sein mit Eurem glitzernden Hut, begebe ich mich wahrhaftig in Lebensgefahr mit meinem guten Schwert.

VIIc) „Nun denn, teure Gesellen, steht mir allesamt bei, helft, dass wir ihn bestehen, der uns bei Tanze mit seinem Getue nicht in Ruhe lässt. Ich traue es mich sehr wohl, ihn zu erschlagen“, so sprach Amelriche; „Die Hand, die muss er mir hierlassen. da der beredsame Vogel oben draufsteht, und dazu der rechte Fuß. Daran erklingt die Fährte. Ja, gelingt es mir, ihn zur Buße zu bringen, möge er nicht mehr von uns singen.“


c1 - Übersetzung

I) Der schwarze Dorn ist weiß geworden, nun hat der Mai seine Arbeit am Feld getan, der Schnee ist schon geschmolzen, man sieht heuer mehr als früher die strahlenden Blümlein sprießen. Der Mai hat das Feld wirklich schön mit Kamillen bestückt, froh singen die Vögelchen. Sie sind ihr Leid los.

II) Dafür lobe ich die reinen Frauen, der hochgelobte Leib der Angetrauten kann frohen Mut bescheren. Die, die sich vor schlimmen Fingern hütet, die lobe ich außerordentlich, so auch dich, gute Frau! Liebe Frau, behalte deine Ehre, das will ich dir raten, durch deine fröhliche weibliche Art, gute Frau, du auserwählte Frucht, bestrafe mich nicht mit dem Liebesfeuertod!

III) Nun singe ich gerne für meine Dame, doch plagt mich ein anderes Leid, ich sah die Tänze der dörper sogar übermäßig auf dem Platz, beide Geschlechter, Frauen und Männer, begrüßten auf schöne Weise den Mai. Herr lange Lanze, das sollt Ihr mir büßen, außerdem klage ich euch an, Herr Pflug, ihr büßt mir dies Unerhörte, sodass ihr Rücken brechen möge.

IV) Ich kam dorthin gen Zeisselmauer, die Fahrt wurde mir teils zu bitter, da vernahm ich eine fremde Nachricht und fand dort einen Lobestanz und so manchen Kranz aus Rosen (Blumenkranz oder religiöser Rosenkranz?) vor, dahin war mein schweres Gemüt. Ich ging zu einem prachtvoll gekleideten Wirt, dessen wurde Engelmair gewahr, ellenlang war sein Haar, schnell eilt er dahin.

V) Zu vierzigst standen die Burschen da, außerordentlich groß war ihr Mut, sie tanzten unter der Linde. Er sprach: „Herr Neidhart ist hier, der sein Gespött über uns nie unterließ, wohl an, auf dass wir ihn finden. Ihr sollt euch keine Sorgen machen, geht ihm schnellen Schrittes nach, auch kämpft nicht zu plötzlich, wir wollen ihm Ehre erweisen.“

VI) Vierzig Weinkrüge trugen sie in den Garten, sehr groß war ihr Getue: „Seid willkommen, Herr Neidhart, euch sei Gutes erwiesen auf dieser Reise.“ Ich schwitze und ich sprach: „Ich bin nicht Neidhart, ich bin ein Jäger, ich bin wütend, ich habe die Hunde des Fürsten von Österreich verloren.“

VII) Da gebot Engelmair den anderen dörpern bei Leben und Tod dass sie sich niedersetzen mögen. In dieser Situation schenkte man den sehr klaren Osterwein aus, den alle aus Schalen tranken. Er sprach: „Und wenn Ihr die die ausgelassenen Torheiten erkennen wollt, so sitzt da und seid ein fröhlicher Mann, ich helfe euch dann von hier, wenn ihr mich in euren Liedern nicht mehr nennt.“7

VIII) Das sei dir in die Hand versprochen, du wirst von mir nicht mehr erwähnt, was auch immer ich singe und was auch immer ich dichte, du bist der namenlose Mann, du sollst fröhlich springen, und den Dummköpfen befehlen, aus dem Garten zu verschwinden.“ „Wohl auf, ihr Herren, wir wollen ganz besonnen auf den Platz gehen und liebreizenden Damen dienen.“

IX) Sie verschwanden alle auf einmal, da brachte man mir ein schönes Gewand, das musste ich dann auf meiner Reise tragen. Dazu gaben sie mir noch ein Pferd, das wohl dreißig Pfund wert war und mit Zaumzeug ausgestattet. Dafür bedankte ich mich bei den Männern und den Frauen und ritt darauf auf den Platz, da standen wohl siebenhundert Leute, die mich anzuschauen begannen.

X) Auf der Reise geschah es mir unversehens, dass ich mir für eine Menge an Geld eine Schöne mit hellen Augen kaufte. Die nackte Friderun, das erweckte für die anderen einen Schein, ich kröne sie immer mit Lob. Ich ritt nach Wien und verkündete die Abenteuer, wie sie sich zugetragen haben, als ich im Garten saß, jedoch zahlte ich ihre Steuer.

XI) Der Herzog schickte nach Zeisselmauer, er ließ denselben Bauer frei und alle seine Hausgenossen. Da war Engelmar froh, der mir fröhlich von der Schar weg half, um wohlbehalten auf die Reichsstraßen zu gelangen. Und Engelmar will ich nicht mehr nennen, er ist der namenlose Mann, der mit Friderun zu schaffen hatte, ihr werdet ihn wohl erkennen.

Sommerlied 22 Übersetzung

I*) Der Winter hat ein Ende. eingetroffen ist der Mai, der uns so mancherlei Blumen bringt. ich höre die Vögelchen singen, wir mögen alle tanzen, und voller Freude sein. Der Wald grünt schön vor Laub, die Linde trägt einen goldenen Wipfel.

I) Der Wipfel der Linde will sie mit frischem Laub bereichern. Unterhalb des Wipfels lassen sich Nachtigallen nieder: Sie singen schön, um die fremde, liebreizende Wise zu preisen, sie singen viel. Sie freuen sich über den Mai: Seine Ankunft ist ihren Herzen ein Vergnügen.

II) Sie sagen, dass der Winter für dieses Jahr zu Ende sei. Jetzt steht die Wiese in vollster Blütenpracht, eine strahelnde Augenweide sind die Rosen auf der Heide durch ihren Glanz. Da schickte ich Friederun einen schön gefertigten Kranz.

III) Die Vögel im Wald singen wundervoll. Übermütige Mädchen, schafft etwas Neues! Erfreut euch an einer schönen Botschaft! Die Schwere so manchen Herzens wird vergehen. Tut, was ich euch sage, zieht eure Kleider an!

IV) Schnürt euch eure Kleider um die Hüften, streift den Schleier ab! Lasst uns auf dem Feld schön tanzen. Friederun tanzte wie eine Puppe in ihrem sich um sie drehenden Rock inmitten der Schar. Dies beobachtete von der anderen Seite Engelmar ganz heimlich.

V) Als alle Liebenden so gleich begannen, sich zueinander zu gesellen, da sollte ich das Lied zum Tanz singen, nur dass ich dieser Stunde nicht die Bedingungen entgegen der Zeit dafür schaffen konnte, damit die Sommerwonne so manchen Herzen Freude schenke.

VI) Jetzt befehlen sie mir, zu singen; Ich muss mir ein Haus suchen, damit ich mit Gesang an manchem Morgen umkehren kann. Wie soll ich mich verhalten? Engelmar ist mir ungeheuer, da er Friederun ihren Spiegel von der Hüfte riss und brach.

VIa) Dem Bruder seiner Cousine hätte sie es wohl erlassen Er kann sich bei nichts mäßigen; er ist ein ungestümer Bayer. Er und der junge Meier tun ihr leid. Noch hat sie den Freund, der die Entfernung nicht erträgt.

VIb) Darum will aber Engelmar sie vertreiben. Er ist ein Bock unter jungen Frauen. Er tanzt den Ridewanzel, er ist ein Vortänzer im Gau. Seine Gewalt ist beim Tanze unter den jungen Mädchen ein häufiges Phänomen.

VIc) Das bedeutet für Friederun ein lange währendes Leid zugefügt von Engelmar, dem ungestümen Tanzerprobten, als er ihr an den Türpfosten auflauerte. Das klagte ihr ganzes Tun. Vor dem Schall sollst du dich nun hüten, Freiderun, flieh nach Riuwental!

VId) Der hat ihr in einem Spiel eine Puppenwiege genommen. Das hat sie mit Klagen an mich hingetragen, nichts als den Spiegel, (der war aus Elfenbein, kostbar, fein graviert) den seine Hand ihr mit Gewalt entriss; dadurch schwand all meine Freude.

VIe) Ihr könnt es mir wohl glauben, ich sag es nicht gerne: Das Spiegelband kommt aus dem ibernischen Gebiet, es war eine wertvolle Borte. Am Ende unten dran befanden sich Tiere mit rotem Gold durchwirkt. Nie geschah mir so ein Leid.

VIf) Dass ich nicht fröhlich singe, bereitet mir ein Leid, von dem ich gerne frei wäre. Diese Dorfbauern beschäftigt das gar unbedeutend: Sie bringen mir Hass entgegen. Wenn sie nicht wären, würde ich fürwahr besser singen.

VIg) Erkenbrecht und Uoze und der Ungenannte, Gosbrecht, der mich oft vom Singen abhielt, die sind nun verstummt und ihre Freude schwankt hin und her. Ihre Kugel, die rollte gleichmäßig, die ist nun hin und her bewegt worden.

VIh)Frau Hilde und ein paar Burschen, die tanzten Hand in Hand, ihr Tanz verlief ohne Wendung zum Schlechten. Jetzt haben sie es geschafft, dass er verdorben ist. Ihr Übermaß hat, wie ich glaube, Zeugnis abgelegt in vielem Gespött und Leid.


Artikel:

[Spiegelmotivik im Sommerlied 22]