Benutzer:Bastian Eckarth

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Version vom 3. Juli 2020, 17:30 Uhr von Bastian Eckarth (Diskussion | Beiträge)

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Eigene Übersetzungen

Verse 213-219

Mittelhochdeutsch Übersetzung
des wart er trvric vnde vnvro, Er war traurig und betrübt
her sprach: ,herre, wie kvmt ditz so, er sprach: "Herr, wie kommt es,
daz mich ein voglin hat betrogen? dass mich ein Vögelchen betrogen hat?
daz mvet mich, daz ist vngelogen.' das betrübt mich, das ist nicht gelogen"
REinhart kvndikeite pflac, Reinhart war verschlagen,
doch ist hevte niht sin tac, doch es ist heute nicht der Tag,
daz iz im nach heile mvege ergan. dass es ihm gut gelingt.
(RF, 213-219) [1]

Verse 385-401

Mittelhochdeutsch Übersetzung
Do Reinhart die not vberwant, Als Reinhart die Gefahr überwunden hatte,
vil schire er den wolf Ysengrin vant. nahm er den Wolf Ysengrin wahr.
do er in von erst ane sach, eben als er ihn sah,
nv vernemet, wie er do sprach: hört, was er sagte:
,got gebe evch, herre, gvten tac. "Gott beschere euch, Herr, einen guten Tag.
swaz ir gebietet vnde ich mac Das, was ihr befehlt, werde ich machen,
evch gedinen vnde der vrowen min, euch dienen und meiner hohen Herrin,
des svlt ir beide gewis sin. dessen sollt ihr euch beide gewiss sein.
idt bin dvrdt warnen her zv ev kvmen, Ich bin hierher gekommen, um Euch zu warnen,
wan idt han wol vernumen, denn ich habe mitbekommen,
daz evdt hazzet manic man. dass Euch viele hassen.
wolt ir midt zv gesellen han? Wollt Ihr mich als Kompanen haben?
idt bin listic, starc sit ir, Ich bin klug, Ihr seid stark,
ir modttet gvten trost han zv mir. ihr müsst Vertrauen zu mir haben.
vor ewere kraft vnde von minen listen Eurer Stärke und meiner Klugheit
konde sidt niht gevristen, kann niemand widerstehen,
idt konde eine bvrc wol zebredten.' sogar eine Festung könnte ich einnehmen."
(RF, 385-401)

Verse mit Wortbelegen "kündikeit"

Mittelhochdeutsch Übersetzung Versangabe
Reinhart kvndikeite pflac Es trieb Reinhart mit seinen Tücken (V. 217)
do was im kvndikeite zit. so war es höchste Zeit für eine List. (V. 307)
do bedorfte er wo! kvndikeit: Jetzt kam alles auf eine List an. (V. 364)
siner amien warf er dvrch den mvnt sinen zagel dvrch kvndikeit. listig wedelte er mit seinem Schwanz vor dem Maul seiner Freundin (V. 1163)
ez sold in wol erlozen Reinhart mit siner kvndikeit Reinhart hätte ihn mit seinen Tücken nicht bedrängen brauchen (V. 1420 f.)
nieman evch gezelen mack Reinhartes kvndikeit -, Niemand kann alle Listen von Reinhart erzählen (V. 1822 f.)
Reinhart sich kvndikeite vleiz: Reinhart verstand Listen hervorragend (V. 2037)
(RF)

Verse 2155-2167

Mittelhochdeutsch Übersetzung
alsvs lonet ir Reinhart, Auf diese Weise war es Reinharts Lohn dafür,
daz si sin vorspreche wart. dass sie sein Vorschlag war.
Iz ist ovch noch also getan: So ist es auch noch heute:
swer hilfet einem vngetrewen man, Wer seinem Verräter hilft,
daz er sine not vberwindet, aus seiner Not zu entkommen,
daz er doch an im vindet der findet nur
valschs, des han wir gnvc gesehen Falschheit, wie wir oft genug schon gesehen haben
vnde mvz ovch dicke alsam geschen. und wie es noch häufig auf diese Weise passieren dürfte.
alsvst hat bewart Das war die Aufmerksamkeit
sine vrteilere Reinhart. für Reinharts Verurteilte.
der arzet was mit valsche da, Der Arzt war so falsch,
den kvnic verriet er sa. den König hatte er so verraten.
er konde mangen vbelen wanc. Er beherrschte üble Streiche.
(RF, 2155-2167)

Verse 253-274

MIttelhochdeutsch Übersetzung
Nv horet, wie Reinhart, Hört zu, wie Reinhart,
der vngetrewe hovart, der untreue Hochmütige,
warb vmb sines neven tot. um den Tod seines Verwandten warb.
daz tet er doch ane not. Dies tat er, ohne, dass er es musste.
Er sprach: ,lose, Dizelin, Er sprach: "Hör zu, Diezelin,
hilf mir, trvt neve min! hilf mir, mein lieber Bruder!
dir ist leider miner not night kvnt: Dir ist leider meine Not nicht bekannt:
ich wart hvete vru wunt; ich bin seit heute morgen verwundet;
der kese liet mir zu nahen bi. der Käse liegt zu nah neben mir.
er smecket sere, ich vurcht, er si Er riecht gewaltig. Ich befürchte, er sei
mir zv der wunden schedelich. schädlich für meine Wunden.
trvt neve, nv, bedenke mich! Treuer Verwandter, sorge dich um mich!
dines vater trewe waren gvt, Die Treue deines Vaters war so stark!
ovch hore ich sagen, daz sippeblvt Auch höre ich sagen, dass Sippenblut
von wazzare niht vertirbet. dicker als Wasser ist.
din neve alsvst erstirbet. Dein Vetter stirbt sonst noch.
daz macht dv erwenden harte wol. Das könntest du leichtlich abwenden.
vom stanke ich grozen kvmmer dol. Wegen des Gestanks steht es schlecht um mich."
`Der rabe zehant hinnider vlovc, Da kam der Rabe direkt hinuntergeflogen,
dar in Reinhart betrovc. wo Reinhart ihn dann betrog.
er wolde im helfen von der not Er wollte ihm in seiner Not behilflich sein
dvrch trewe, daz was nach sin tot. aus Treue, was ihn fast um sein Leben gebracht hatte.
(RF, 253-274)

Verse 1784-1790

Mittelhochdeutsch Übersetzung
nv vernemet seltzene dinc Hört euch merkwürdige Dinge
vnde vremde mere, und unbekannte Geschichten an,
der die glichesere die der Heuchler
v kvnde geit, wen sie sint gewerlich. verkündet, denn sie sind wahr.
[] er ist geheizen Heinrich, er hieß Heinrich,
der hat die bvch zesamene geleit der das Buch geführt hat
von Isengrines arbeit. über Isengrins Mühsal.
(RF, 1784-1790)

Verse 423-427

Mittelhochdeutsch Übersetzung
Reinhart sprach zv der vrowen: Reinhart sprach zur Dame:
,gevatere, mochtet ir beschowen "Freundin, könnten Sie
grozen kvmmer, den ich trage: mein Leiden betrachten, an dem ich leide:
von eweren minnen, daz ist min clage, Wegen der Liebe zu Ihnen, klage ich,
bin ich harte sere wunt.' bin ich sehr verletzt."
(RF, 423-427)

Verse 1170-1183

Mittelhochdeutsch Übersetzung
do gewan si schire schande genuc: Da kam die größte Schande auf sie zu:
sine mochte hin noch her, Sie konnte weder vor noch zurück,
Reinhart nam des gvten war, Reinhart nahm die Möglichkeit wahr,
zv eime andern loche er vz spranc, sprang aus dem anderen Loch hinaus
vf sine gevateren tet er einen wanc. und schwang sich auf seine Freundin.
Isengrine ein herzen leit geschach: Isengrin wurde sein Herz gebrochen:
er gebrvtete si, daz erz an sach. er begattete sie vor seinen Augen.
Reinhart sprach: ,vil libe vrvndin, Reinhart sprach: "Liebe Freundin,
ir schvlt talent mit mir sin. du sollst den ganzen Tag bei mir sein.
izn weiz niman, ob got wil, Es erfährt niemand, so Gott will,
dvrch ewer ere ich iz gerne verhil.' wegen deines Ansehens werde ich still sein."
vern Hersante schande was niht cleine, Hersants Schande war riesig,
si beiz vor zorne in die steine, vor Zorn biss sie in die Steine,
ir kraft konde ir nicht gefrvmen. ihre Kraft brachte ihr hier nichts.
(RF, 1170-1183)

Literatur

  1. Alle Versangaben beziehen sich auf Heinrich der Glîchezâre (1976): Reinhart Fuchs. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, Stuttgart: Reclam.